Segen eines Bischoffs
1693Ein Bauer nam den Hutt nicht ab, Als man dem Volck den Segen gab; Wie nun der Bischoff dieses schaute, Und mit der Kirchenbuss′ ihm draute, So sagt′ er: Ist der Segen gutt, So geht er woll durch meinen Hutt.
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Interpretation
Das Gedicht "Segen eines Bischoffs" von Christian Wernicke erzählt eine humorvolle Geschichte über einen Bauern, der während des Gottesdienstes seinen Hut nicht abnimmt. Als der Bischof dies bemerkt, droht er dem Bauern mit der Kirchenbuße. Der Bauer jedoch bleibt gelassen und antwortet, dass der Segen auch durch seinen Hut hindurchgehen wird, wenn er gut ist. Die Pointe des Gedichts liegt in der schlagfertigen Antwort des Bauern, der die Autorität des Bischofs auf humorvolle Weise untergräbt. Der Bauer zeigt, dass er nicht bereit ist, sich von der kirchlichen Hierarchie einschüchtern zu lassen und seinen eigenen Weg geht. Die Geschichte verdeutlicht den Konflikt zwischen der strengen kirchlichen Hierarchie und dem einfachen, bodenständigen Glauben des Bauern. Wernicke nutzt die kurze Erzählung, um die Kluft zwischen der oft starren kirchlichen Obrigkeit und dem einfachen Volk aufzuzeigen. Der Bauer vertraut auf die Wirksamkeit des Segens, unabhängig von äußeren Konventionen wie dem Abnehmen des Hutes. Das Gedicht macht sich über die manchmal übertriebene Strenge und Formalität innerhalb der Kirche lustig und plädiert für einen unkomplizierten, aufrichtigen Glauben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Ein Bauer nam den Hutt nicht ab, Als man dem Volck den Segen gab
- Metapher
- So sagt′ er: Ist der Segen gutt, So geht er woll durch meinen Hutt
- Personifikation
- Und mit der Kirchenbuss′ ihm draute
- Reimschema
- AABB