Seenot
1887Wenn die Kraniche bellen Auf den tanzenden Wellen, Muss das Schifflein zerschellen.
Und die Tausende Raketen, Die beleuchten das täten, Würden grausam zertreten.
Wer das jemals erlebet, An den Zähnen erbebet Und ins Jenseits entschwehöbet!
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Interpretation
Das Gedicht "Seenot" von Kurt Schwitters schildert eine bedrohliche Situation auf hoher See. Die ungewöhnliche Metapher der bellenden Kraniche auf den tanzenden Wellen schafft eine surreale und beunruhigende Atmosphäre. Das kleine Schiff ist dem Untergang geweiht und muss zerschellen, was die Hilflosigkeit und Verletzlichkeit des Menschen gegenüber den Naturgewalten verdeutlicht. Die zweite Strophe führt das Element der Raketen ein, die die Nacht erhellen. Diese Raketen, die eigentlich zur Rettung dienen sollen, werden als grausam zertreten beschrieben. Diese paradoxe Darstellung verstärkt das Gefühl der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Die Raketen, die eigentlich Licht und Hoffnung bringen sollten, werden zu einem weiteren Symbol der Bedrohung und des Untergangs. Die letzte Strophe richtet sich an denjenigen, der diese Szene je erleben sollte. Die Person würde an den Zähnen erbeben, was die extreme Angst und den Schrecken symbolisiert. Der abschließende Ausdruck "ins Jenseits entschwehöbet" deutet auf den sicheren Tod hin und unterstreicht die Endgültigkeit der Situation. Das Gedicht vermittelt somit eine eindringliche Botschaft über die Unausweichlichkeit des Todes und die Fragilität des menschlichen Lebens inmitten der unerbittlichen Kräfte der Natur.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Muss das Schifflein zerschellen
- Bildsprache
- Wer das jemals erlebet, / An den Zähnen erbebet
- Hyperbel
- Und die Tausende Raketen
- Kontrast
- Würden grausam zertreten
- Metapher
- Wenn die Kraniche bellen / Auf den tanzenden Wellen
- Neologismus
- entschwehöbet
- Personifikation
- Wenn die Kraniche bellen