Schweigend
1914Wir haben in seligen Nächten Blutsaumige Küsse getauscht, Wir haben in stöhnenden Wonnen Die hungernden Seelen berauscht.
Wir liebten uns bis zur Erschöpfung Und liebten auch dann uns noch fort, Doch niemals entglitt unsren Lippen Ein einziges zärtliches Wort.
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Interpretation
Das Gedicht "Schweigend" von Felix Dörmann thematisiert eine intensive, leidenschaftliche Liebesbeziehung, die sich ausschließlich auf die körperliche Ebene beschränkt. Die "seligen Nächte" und die "blutsaumigen Küsse" lassen auf eine tiefe, fast schon ekstatische Verbindung zwischen den Liebenden schließen, die sich in einem Rausch der Sinne verlieren. Die "stöhnenden Wonnen" und die "Berauung der hungernden Seelen" verdeutlichen die Intensität und das Verlangen, das die beiden Partner füreinander empfinden. Die Liebe der beiden wird als allumfassend und erschöpfend beschrieben, sie lieben sich "bis zur Erschöpfung" und setzen diese Liebe auch danach fort. Doch trotz dieser tiefen körperlichen Verbindung bleibt ein wesentlicher Aspekt der Liebe aus: die verbalen Zärtlichkeiten. Die Tatsache, dass "niemals" ein "einziges zärtliches Wort" ihre Lippen verlassen hat, deutet auf eine emotionale Distanz oder Unfähigkeit hin, die Liebe auch verbal auszudrücken. Das Gedicht lässt den Leser über die Natur dieser Beziehung nachdenken. Es stellt die Frage, ob eine Liebe, die sich nur auf die körperliche Ebene beschränkt, wirklich erfüllend sein kann. Die Abwesenheit von Worten der Zärtlichkeit könnte als eine Metapher für die Unfähigkeit oder den Unwillen der Liebenden gesehen werden, sich auf eine tiefere, emotionale Ebene einzulassen. Es zeigt, dass selbst die intensivste körperliche Liebe unvollständig bleiben kann, wenn die emotionale und verbale Kommunikation fehlt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Wir liebten uns bis zur Erschöpfung
- Kontrast
- Doch niemals entglitt unsren Lippen Ein einziges zärtliches Wort
- Metapher
- Blutsaumige Küsse getauscht
- Personifikation
- Die hungernden Seelen berauscht