Schuldner oder Gläubiger?
1661Manch ungehobelt Holz wird zum Merkur gemacht, Weil mancher theure Mann, aus aller Höfling′ Acht, Sich sonst bei keinem Maaß, als seinem Schatten mißt. Viel hebt das Glück empor, Viel′ hält es auch zurück; Doch wer die Welt recht kennt, der findet, daß das Glück Mehr Schulden ausstehn hat, als es selbst schuldig ist.
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Interpretation
Das Gedicht "Schuldner oder Gläubiger?" von Christian Wernicke beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit des Glücks und der menschlichen Eitelkeit. Der erste Vers verweist auf die Verwandlung von ungehobeltem Holz in den Gott Merkur, was als Metapher für die Möglichkeit der Veränderung und des Aufstiegs dient. Der zweite Vers bezieht sich auf einen wertvollen Mann, der aus der Achtung der Höflinge herausfällt und sich selbst nur an seinem eigenen Schatten misst. Dies deutet auf die Eitelkeit und Selbstüberschätzung einiger Menschen hin, die ihren wahren Wert aus den Augen verlieren. Der dritte und vierte Vers thematisieren das Glück und seine Rolle im Leben der Menschen. Das Glück kann einige emporheben, während es andere zurückhält. Der letzte Vers jedoch offenbart eine kritische Sicht auf das Glück: Wer die Welt genau kennt, stellt fest, dass das Glück mehr Schulden hat, als es selbst schuldig ist. Dies impliziert, dass das Glück oft überbewertet wird und dass die Menschen zu viel von ihm erwarten. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die wahre Natur des Glücks und die menschliche Eitelkeit an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Weil mancher theure Mann, aus aller Höfling′ Acht
- Gleichnis
- Viel hebt das Glück empor, Viel′ hält es auch zurück
- Hyperbel
- Doch wer die Welt recht kennt, der findet, daß das Glück Mehr Schulden ausstehn hat, als es selbst schuldig ist
- Ironie
- Sich sonst bei keinem Maaß, als seinem Schatten mißt
- Metapher
- Manch ungehobelt Holz wird zum Merkur gemacht