Schrei
1874Tage sargen Welten gräbern Nächte ragen Blute bäumen Wehe raumen alle Räume Würgen Schwingen Und Zerschwingen Schwingen Würgen Und Zerwürgen Stürmen Strömen Wirbeln Ballen Knäueln Wehe Wehe Wehe Wehen Nichtall.
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Interpretation
Das Gedicht "Schrei" von August Stramm ist ein expressionistisches Werk, das die Schrecken und den Wahnsinn des Ersten Weltkriegs thematisiert. Der Titel "Schrei" deutet auf einen Ausdruck von Schmerz, Angst oder Verzweiflung hin, der sich durch das gesamte Gedicht zieht. Die ersten Zeilen "Tage sargen / Welten gräbern / Nächte ragen / Blute bäumen" verwenden eine unkonventionelle Wortstellung und schaffen eine düstere, apokalyptische Atmosphäre. Die Verben "sargen" und "gräbern" deuten auf Tod und Vergänglichkeit hin, während "blute bäumen" eine gewaltsame, blutige Szenerie evoziert. Der Ausdruck "Wehe raumen alle Räume" unterstreicht das allgegenwärtige Leid und die Verzweiflung. Die Wiederholung von Wörtern wie "Schwingen", "Würgen" und "Wehe" im zweiten Teil des Gedichts erzeugt einen rhythmischen, fast manischen Klang. Diese Wiederholungen könnten den Wahnsinn und die Desorientierung widerspiegeln, die durch die Schrecken des Krieges verursacht werden. Die Wörter "Zerschwingen" und "Zerwürgen" verstärken das Gefühl von Zerstörung und Gewalt. Das Gedicht endet mit den Worten "Wirbeln / Ballen / Knäueln / Wehe Wehe / Wehe / Wehen / Nichtall". Diese Zeilen könnten als Zusammenbruch der Sprache und des Verstandes interpretiert werden, wobei "Nichtall" (Nichts-All) auf das Fehlen von Sinn oder Bedeutung in einer von Krieg und Gewalt verwüsteten Welt hindeutet. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefgreifende Verzweiflung und den Verlust von Hoffnung und Menschlichkeit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wehen
- Kontrast
- Nichtall
- Metapher
- Blute bäumen
- Onomatopoesie
- Knäueln
- Personifikation
- Wehe raumen alle Räume