Schrapnell
1915Der Himmel wirft Wolken Und knattert zu Rauch. Spitzen blitzen. Füße wippen stiebig Kiesel. Augen kichern in die Wirre Und Zergehren.
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Interpretation
Das Gedicht "Schrapnell" von August Stramm ist ein expressionistisches Werk, das die Schrecken des Ersten Weltkriegs in einer fragmentierten und verstörenden Weise darstellt. Die Sprache ist stark verdichtet und verzerrt, was die chaotische und desorientierende Natur der Kriegserfahrung widerspiegelt. Die Personifizierung des Himmels, der Wolken wirft und zu Rauch knattert, verleiht der Szene eine surreale und bedrohliche Atmosphäre. Die "Spitzen" und das "blitzen" deuten auf die blitzschnellen und tödlichen Geschosse hin, die den Himmel durchkreuzen. Die "stiebig Kiesel", die von den Füßen gewippt werden, könnten die Trümmer und Splitter sein, die durch die Explosionen aufgewirbelt werden. Die "Augen, die in die Wirre kichern", vermitteln eine verstörende Vorstellung von Wahnsinn und Entmenschlichung, die der Krieg hervorrufen kann. Das abschließende "Zergehren" unterstreicht die Zerstörung und den Verfall, die der Krieg mit sich bringt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefgreifende und beunruhigende Darstellung der Kriegserfahrung, die durch ihre fragmentierte Sprache und ihre verstörenden Bilder gekennzeichnet ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Spitzen blitzen
- Bildsprache
- Füße wippen stiebig Kiesel
- Metapher
- Der Himmel wirft Wolken
- Onomatopoesie
- knattert
- Personifikation
- Augen kichern in die Wirre
- Wortneuschöpfung
- stiebig