Schönheit
1883Gesichtszüge, welche die Geheimnisse unserer Seele enthüllen, verleihen dem Gesicht Schönheit und Anmut, selbst wenn diese seelischen Geheimnisse schmerzlich und leidvoll sind. Gesichter hingegen, die - Masken gleich - verschweigen, was in ihrem Innern vorgeht, entbehren jeglicher Schönheit, selbst wenn ihre äußeren Formen vollkommen symmetrisch und harmonisch sind. Ebenso wie Gläser unsere Lippen nur anziehen, wenn durch das kostbare Kristall die Farbe des Weines hindurchschimmert.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Schönheit" von Khalil Gibran beschäftigt sich mit der inneren und äußeren Schönheit eines Menschen. Es wird dargestellt, dass wahre Schönheit nicht allein in äußeren Merkmalen liegt, sondern vielmehr in den Gesichtszügen, die die Geheimnisse der Seele offenbaren. Selbst wenn diese Geheimnisse schmerzlich oder leidvoll sind, verleihen sie dem Gesicht eine besondere Anmut und Schönheit. Gibran kontrastiert dies mit Gesichtern, die wie Masken ihre inneren Vorgänge verbergen. Solche Gesichter, so der Dichter, entbehren jeglicher Schönheit, unabhängig davon, wie perfekt ihre äußeren Formen sein mögen. Diese Aussage unterstreicht die Idee, dass Authentizität und emotionale Tiefe entscheidend für wahre Schönheit sind. Das Gedicht schließt mit einem Vergleich, der die Anziehungskraft der inneren Schönheit verdeutlicht. So wie Gläser nur dann unsere Lippen anziehen, wenn durch das Kristall die Farbe des Weines hindurchschimmert, ziehen uns Gesichter an, die ihre innere Wahrheit zeigen. Dieser Vergleich betont die Idee, dass die wahre Essenz, die durch die äußere Hülle hindurchscheint, die eigentliche Quelle der Anziehungskraft ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- wenn durch das kostbare Kristall die Farbe des Weines hindurchschimmert
- Metapher
- Gesichtszüge, welche die Geheimnisse unserer Seele enthüllen
- Symbolik
- Gläser unsere Lippen nur anziehen
- Vergleich
- Gesichter hingegen, die - Masken gleich - verschweigen