Schön

August Stramm

1874

Wissen Tören Wahr und Trügen Mord Gebären Sterben Sein Weinen Jubeln Haß Vergehen Stark und Schwach Unmöglich Kann! Dein Körper flammt! Die Welt Erlischt!

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Illustration zu Schön

Interpretation

Das Gedicht "Schön" von August Stramm ist ein expressionistisches Werk, das die Widersprüche und Extreme des menschlichen Daseins thematisiert. Durch die Gegenüberstellung von gegensätzlichen Begriffen wie "Wissen" und "Tören", "Wahr" und "Trügen" sowie "Weinen" und "Jubeln" wird die Zerrissenheit und Ambivalenz des Lebens dargestellt. Der Autor verwendet kurze, prägnante Worte, um die Intensität der Emotionen und Erfahrungen zu verstärken. Die Zeile "Mord Gebären" symbolisiert die zerstörerische und schöpferische Kraft des Lebens, während "Sterben Sein" die Unausweichlichkeit des Todes als Teil des Seins betont. Die Gegenüberstellung von "Stark und Schwach" und die Betonung des "Unmöglichen" gefolgt von einem Ausrufezeichen verdeutlichen die Überwindung von Grenzen und die Möglichkeit des Unmöglichen. Das Gedicht kulminiert in der leidenschaftlichen Aussage "Dein Körper flammt!", die eine intensive körperliche und emotionale Erfahrung suggeriert. Im letzten Teil des Gedichts wird mit "Die Welt Erlischt!" ein dramatischer Abschluss gesetzt. Diese Zeile kann als Hinweis auf das Ende der Welt oder das Erlöschen des Lebens verstanden werden, was die Vergänglichkeit und Endlichkeit aller Dinge unterstreicht. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Reflexion über die Schönheit und Brutalität des Daseins, wobei die Schönheit in den extremen Kontrasten und der Intensität der Erfahrungen liegt.

Schlüsselwörter

wissen tören wahr trügen mord gebären sterben weinen

Wortwolke

Wortwolke zu Schön

Stilmittel

Antithese
Stark und Schwach
Enjambement
Wissen Tören Wahr und Trügen Mord Gebären Sterben Sein Weinen Jubeln Haß Vergehen Stark und Schwach Unmöglich Kann! Dein Körper flammt! Die Welt Erlischt!
Kontrast
Die Welt Erlischt!
Metapher
Dein Körper flammt!
Paradox
Unmöglich Kann!