Schnee
1894Schnee, zärtliches Grüßen der Engel, schwebe, sinke - breit alles in Schweigen und Vergessenheit! Gibt es noch Böses, wo Schnee liegt? Verhüllt, verfernt er nicht alles zu Nahe und Harte mit seiner beschwichtigenden Weichheit, und dämpft selbst die Schritte des Lautesten in Leise? Schnee, zärtliches Grüßen der Engel, den Menschen, den Tieren! - Weißeste Feier der Abgeschiedenheit.
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Interpretation
Das Gedicht "Schnee" von Francisca Stoecklin thematisiert die friedvolle und beruhigende Wirkung von Schnee auf die Welt. Der Schnee wird als zärtliches Grüßen der Engel dargestellt, das alles in Schweigen und Vergessenheit hüllt. Er verleiht der Umgebung eine weiche und beschwichtigende Qualität, die selbst die härtesten und lautesten Aspekte des Lebens in Leise verwandelt. Der Schnee wird als eine Art Schutzschicht beschrieben, die alles zu Nahe und Harte verhüllt und fernhält. Die Dichterin stellt die Frage, ob es noch Böses gibt, wo Schnee liegt. Dies deutet darauf hin, dass der Schnee eine reinigende und heilende Wirkung hat, die negative Einflüsse und Erinnerungen vergessen lässt. Der Schnee wird als ein Geschenk der Engel an die Menschen und Tiere beschrieben, das ihnen eine weiße Feier der Abgeschiedenheit beschert. Diese Abgeschiedenheit kann als ein Rückzug von der lauten und hektischen Welt verstanden werden, in der man Ruhe und Frieden finden kann. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine romantische und idealistische Sicht auf den Schnee. Es betont seine Fähigkeit, die Welt in eine friedliche und harmonische Sphäre zu verwandeln, in der Böses und Härte keinen Platz mehr haben. Der Schnee wird als ein Symbol für Reinheit, Weichheit und Beschwichtigung dargestellt, das den Menschen und Tieren eine Auszeit von den Herausforderungen des Lebens ermöglicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- dämpft selbst die Schritte des Lautesten in Leise
- Bildlichkeit
- breit alles in Schweigen und Vergessenheit
- Frage
- Gibt es noch Böses, wo Schnee liegt?
- Kontrast
- alles zu Nahe und Harte mit seiner beschwichtigenden Weichheit
- Metapher
- Weißeste Feier der Abgeschiedenheit
- Personifikation
- den Menschen, den Tieren!