Schließe mir die Augen beide
1852Schließe mir die Augen beide Mit den lieben Händen zu! Geht doch alles, was ich leide, Unter deiner Hand zur Ruh. Und wie leise sich der Schmerz Well’ um Welle schlafen leget, Wie der letzte Schlag sich reget, Füllest du mein ganzes Herz.
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Interpretation
Das Gedicht "Schließe mir die Augen beide" von Theodor Storm thematisiert die tiefe Sehnsucht nach Trost und Ruhe in einer schmerzvollen Lebenssituation. Der Sprecher bittet eine geliebte Person darum, ihm die Augen zu schließen, was als Symbol für das Ende des Lebens oder zumindest für eine tiefe Entspannung interpretiert werden kann. Die "lieben Hände" der angesprochenen Person stehen für Zuwendung, Fürsorge und die Hoffnung auf Erlösung von den erlittenen Leiden. Die zweite Strophe verdeutlicht den Prozess des allmählichen Nachlassens des Schmerzes, der wie Wellen sanft in den Schlaf gleitet. Die bildhafte Sprache vermittelt ein Gefühl von Frieden und Geborgenheit, das der Sprecher in der Gegenwart der geliebten Person erfährt. Der "letzte Schlag", der sich regt, könnte als der letzte Herzschlag oder als der finale Moment des Schmerzes verstanden werden, bevor vollkommene Ruhe einkehrt. Die liebevolle Geste, die Augen zu schließen, wird als Akt der Fürsorge und des Abschieds dargestellt. Die abschließende Zeile "Füllest du mein ganzes Herz" deutet darauf hin, dass die Anwesenheit und die liebevolle Berührung der angesprochenen Person den Sprecher mit Wärme und Trost erfüllen. Es entsteht ein intensives Gefühl der Verbundenheit und des Vertrauens, das den Schmerz überlagert und den Übergang in einen Zustand der Ruhe und des Friedens ermöglicht. Das Gedicht vermittelt eine tiefe emotionale Intensität und die Hoffnung auf Erlösung durch die Liebe und Zuwendung eines nahestehenden Menschen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Schließe mir die Augen beide
- Bildsprache
- Wie der letzte Schlag sich reget
- Hyperbel
- Füllest du mein ganzes Herz
- Metapher
- Geht doch alles, was ich leide, Unter deiner Hand zur Ruh
- Personifikation
- Und wie leise sich der Schmerz Well' um Welle schlafen leget