Schlaflos

Theodor Storm

1817

Aus Träumen in Ängsten bin ich erwacht; Was singt doch die Lerche so tief in der Nacht!

Der Tag ist gegangen, der Morgen ist fern, Aufs Kissen hernieder scheinen die Stern'.

Und immer hör ich den Lerchengesang; O Stimme des Tages, mein Herz ist bang.

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Interpretation

Das Gedicht "Schlaflos" von Theodor Storm beschreibt einen unruhigen Zustand des lyrischen Ichs, das aus beunruhigenden Träumen erwacht. Die Nacht wird durch den unerwarteten Gesang einer Lerche, die normalerweise den Tag ankündigt, noch verstörender. Dieser Gesang, der tief in der Nacht zu hören ist, symbolisiert eine Störung der natürlichen Ordnung und trägt zur Verwirrung und Angst des Sprechers bei. Die zweite Strophe setzt die nächtliche Szenerie fort, indem sie den Kontrast zwischen dem vergangenen Tag und dem noch fernen Morgen betont. Die Sterne, die auf das Kissen des Sprechers herabscheinen, verleihen der Szene eine surreale und unheimliche Atmosphäre. Diese himmlische Präsenz verstärkt das Gefühl der Isolation und des Unbehagens, das der Sprecher empfindet. In der abschließenden Strophe wird die anhaltende Präsenz des Lerchengesangs betont, der als "Stimme des Tages" bezeichnet wird. Dieser Gesang, der eigentlich den Beginn eines neuen Tages verkünden sollte, wird vom Herzen des Sprechers mit Bangigkeit aufgenommen. Die Wiederholung des Gesangs und die Reaktion des Herzens unterstreichen die anhaltende Unruhe und die Unfähigkeit des Sprechers, Trost oder Erleichterung zu finden. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Verunsicherung und der Unfähigkeit, die nächtliche Unruhe hinter sich zu lassen.

Schlüsselwörter

träumen ängsten erwacht singt lerche tief nacht tag

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Stilmittel

Alliteration
Der Tag ist gegangen, der Morgen ist fern
Bildsprache
Aufs Kissen hernieder scheinen die Sterne
Kontrast
Aus Träumen in Ängsten bin ich erwacht
Metapher
O Stimme des Tages
Personifikation
Was singt doch die Lerche so tief in der Nacht!