Schlaflied

Eduard Mörike

unknown

Einmal wenn ich dich verlier, wirst du schlafen können, ohne daß ich wie eine Lindenkrone mich verflüstre über dir?

Ohne daß ich hier wache und Worte, beinah wie Augenlider, auf deine Brüste, auf deine Glieder niederlege, auf deinen Mund.

Ohne daß ich dich verschließ und dich allein mit Deinem lasse wie einen Garten mit einer Masse von Melissen und Stern-Anis.

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Interpretation

Das Gedicht "Schlaflied" von Eduard Mörike handelt von der tiefen Verbundenheit und dem schützenden Instinkt des lyrischen Ichs gegenüber dem Geliebten. In den ersten Strophen wird die Frage aufgeworfen, ob der Geliebte ohne die Anwesenheit und Fürsorge des Ichs überhaupt in der Lage sein wird, friedlich zu schlafen. Die Metapher der "Lindenkrone", die sich über den Geliebten ausbreitet, symbolisiert den schützenden und beruhigenden Einfluss des Ichs. In den folgenden Strophen wird die Intimität und Zärtlichkeit der Beziehung deutlich. Das Ich legt "Worte, beinah wie Augenlider" auf den Körper des Geliebten, was eine liebevolle und aufmerksame Präsenz ausdrückt. Die Worte werden als schützender Schleier beschrieben, der den Geliebten umgibt und ihm Geborgenheit schenkt. Das Ich wacht über den Geliebten und sorgt dafür, dass er in Sicherheit und Frieden ruhen kann. Die letzte Strophe verdeutlicht die tiefe Verbundenheit und das Bedürfnis des Ichs, den Geliebten zu beschützen und zu behüten. Das Bild des Gartens, der mit "Melissen und Stern-Anis" gefüllt ist, symbolisiert die Schönheit und den Reichtum der Beziehung. Das Ich möchte den Geliebten nicht allein lassen, sondern ihn wie einen kostbaren Garten hüten und bewahren. Das Gedicht vermittelt eine tiefe emotionale Intimität und das Bedürfnis nach Nähe und Schutz in der Liebe.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Bildlichkeit
wie einen Garten mit einer Masse von Melissen und Stern-Anis
Metapher
wie eine Lindenkrone
Personifikation
mich verflüstre über dir
Vergleich
Worte, beinah wie Augenlider