Schläft ein Lied in allen Dingen
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.
Schläft ein Lied in allen Dingen…
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Schläft ein Lied in allen Dingen…“ von Joseph von Eichendorff ist eine kurze, aber tiefgründige Metapher für die Wahrnehmung und Erschließung der Welt. Es beschreibt eine Vorstellung, in der alles, was existiert – „alle Dinge“ – in einem unbewussten, träumerischen Zustand verharrt, bis ein bestimmtes „Zauberwort“ ausgesprochen wird, das sie zum Erwachen und zum Singen bringt.
Die zentrale Botschaft des Gedichts ist die Idee, dass die Welt nicht nur eine Ansammlung von Objekten und Ereignissen ist, sondern eine Quelle verborgener Schönheit und Melodie. Diese verborgene Schönheit, das „Lied“, ist in allen Dingen eingeschlossen, wartet aber auf ihre Entdeckung. Das „Zauberwort“ steht symbolisch für die Fähigkeit des Menschen, die Welt zu verstehen und zu interpretieren, sei es durch Kunst, Poesie, Liebe oder spirituelle Erfahrung. Es ist der Schlüssel, der die Tür zu einer tieferen Wahrnehmung öffnet.
Eichendorff verwendet einfache, klare Sprache und einen sanften Rhythmus, der die ruhige, kontemplative Atmosphäre des Gedichts unterstreicht. Die Wortwahl, wie „träumen fort und fort“ und „singing“, erzeugt eine Atmosphäre von Ruhe und Magie. Das Gedicht suggeriert eine tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Natur, indem es die Welt als etwas Lebendiges und Singendes darstellt, das auf menschliche Interaktion wartet. Die Metapher des „Liedes“ deutet auf eine Harmonie und Schönheit hin, die in der Welt latent vorhanden ist und darauf wartet, entdeckt zu werden.
Die Interpretation dieses Gedichts ist vielschichtig. Es kann als Aufruf zur Achtsamkeit verstanden werden, dazu, die Welt mit offenen Augen und Ohren zu betrachten und die versteckten Schönheiten und Bedeutungen zu erkennen. Es lädt dazu ein, nach dem „Zauberwort“ zu suchen, nach der Fähigkeit, die Welt in all ihrer Komplexität und Schönheit zu verstehen und zu erfahren. Es ist eine Ode an die Macht der Fantasie, der Kreativität und der inneren Stimme.
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Lizenz und Verwendung
Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.
