Schlachtgesang
1724Wie erscholl der Gang des lauten Heers Von dem Gebirg in das Thal herab, Da zu dem Angriff bey dem Waldstrom das Kriegslied Zu der vertilgenden Schlacht und dem Siege den Befehl rief!
Mit herab zu grosser Thaten Ernst! Zu der unsterblichen Rettung Ruhm! Die am Gebirg uns bey dem Strom stolz erwarten, Und im Gefilde der Schlacht mit dem Donner in dem Arm stehn,
O Tyrannenknechte sind sie nur! Und vor dem Drohn des gesenkten Stahls, Vor dem Herannahn, und dem Ausspruch der Freyen, Die sich dem Tode gelassener heiligen, entfliehn sie!
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Interpretation
Das Gedicht "Schlachtgesang" von Friedrich Gottlieb Klopstock beschreibt die dramatische Atmosphäre eines bevorstehenden Krieges. Die erste Strophe schildert den Anmarsch einer mächtigen Heeresmacht vom Berg ins Tal, begleitet von einem Kriegslied, das zum Angriff und zum Sieg aufruft. Die zweite Strophe betont den Ernst und die Bedeutung der bevorstehenden Schlacht, die als "unsterbliche Rettung" und Quelle des Ruhmes dargestellt wird. Die Gegner, die stolz am Fluss warten und mit dem Donner in der Hand stehen, werden als Tyrannenknechte bezeichnet, die vor der drohenden Gefahr fliehen werden. Die dritte Strophe verdeutlicht den Mut und die Entschlossenheit der freien Krieger, die sich dem Tod gelassener hingeben. Sie werden als Helden dargestellt, die bereit sind, für ihre Freiheit zu kämpfen und zu sterben. Das Gedicht vermittelt eine patriotische und kämpferische Stimmung, die den Leser in die Emotionen und die Atmosphäre einer Schlacht eintauchen lässt. Klopstock verwendet starke und bildhafte Sprache, um die Intensität und die Bedeutung des Krieges zu unterstreichen. Insgesamt ist "Schlachtgesang" ein eindrucksvolles Gedicht, das die Themen Mut, Freiheit und den Kampf gegen Tyrannei behandelt. Es spiegelt die Ideale und Werte der Aufklärung wider, die in dieser Zeit vorherrschten. Das Gedicht ist ein Beispiel für die klassische deutsche Dichtung, die oft heroische und patriotische Themen behandelte.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wie erscholl der Gang des lauten Heers / Von dem Gebirg in das Thal herab
- Hyperbel
- Die sich dem Tode gelassener heiligen, entfliehn sie!
- Metapher
- Die am Gebirg uns bey dem Strom stolz erwarten
- Parallelismus
- Vor dem Herannahn, und dem Ausspruch der Freyen
- Personifikation
- Und im Gefilde der Schlacht mit dem Donner in dem Arm stehn