Schlacht
1915Ächzen ringt Und Stampfet in die Erde Packen würgt Und Windet wühlt und stemmt Die Lüfte stehn Und Klammern krampfzerrissen Zerfetzen kracht Und Schellet gell zu Boden Das Wissen stockt Die Hoffnung bebt und starrt Die Ahnung blutet Schreien wächst empor Das Leben Flammt Die letzten Brände Sprühen Wild Krallt Das Sterben Auf Zum Himmel. Das Taglicht stickt Die Nacht Flort um Das Grabtuch Die Erde hüllt Und Liebe spreizt den Schoß Die Sterne zittern Strahlen brücket über Die Zeit klimmt an Und Lächeln sammelt Tropfen Und Sammeln Lächeln Lächeln Sammeln Schreiten Und Sammeln schreitet Lächeln Schreiten Schwinden Und Schreiten schwindet Schwinden Lächeln Schreiten Und Schwinden schreitet nach Dem sturen Raum.
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Interpretation
Das Gedicht "Schlacht" von August Stramm ist ein expressionistisches Werk, das die Grauen und die Sinnlosigkeit des Krieges in einer fragmentierten und verstörenden Sprache darstellt. Stramm verwendet eine unkonventionelle Syntax und eine Reihe von Verben, die die chaotische und brutale Natur der Schlacht widerspiegeln. Die Zeilen sind kurz und prägnant, was die Schnelligkeit und Brutalität der Ereignisse unterstreicht. Im ersten Teil des Gedichts werden die körperlichen und emotionalen Qualen der Soldaten durch Worte wie "Ächzen", "ringt", "Stampfet" und "würgt" dargestellt. Die Umgebung selbst scheint zu leiden und zu reagieren, wie in "Die Lüfte stehn" und "Das Wissen stockt". Die Hoffnung und die Ahnung werden als zitternd und blutend beschrieben, was die psychologischen Auswirkungen des Krieges verdeutlicht. Der zweite Teil des Gedichts kontrastiert die Gewalt und den Tod mit einer surrealen und fast mystischen Darstellung von Leben und Natur. "Das Leben Flammt" und "Die Sterne zittern" bringen eine gewisse Schönheit und Transzendenz in die Szene. Doch diese Schönheit wird durch die Wiederholung und das Verschwimmen der Wörter in den letzten Strophen untergraben, was die Desorientierung und das Chaos symbolisiert. Das Gedicht endet mit "Dem sturen Raum", was die Unausweichlichkeit und die Sinnlosigkeit des Krieges unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Ächzen ringt, Stampfet in die Erde, Packen würgt, Windet wühlt und stemmt, Die Lüfte stehn, Klammern krampfzerrissen, Zerfetzen kracht, Schellet gell zu Boden, Die Hoffnung bebt und starrt, Die Ahnung blutet, Schreien wächst empor, Die letzten Brände, Sprühen, Wild, Krallt, Das Sterben, Auf, Zum Himmel, Das Taglicht stickt, Die Nacht, Flort um, Das Grabtuch, Die Erde hüllt, Liebe spreizt den Schoß, Die Sterne zittern, Strahlen brücket über, Die Zeit klimmt an, Lächeln sammelt Tropfen, Sammeln Lächeln, Lächeln Sammeln Schreiten, Sammeln schreitet, Lächeln Schreiten Schwinden, Schreiten schwindet, Schwinden Lächeln Schreiten, Schwinden schreitet nach, Dem sturen Raum
- Enjambement
- Ächzen ringt Und Stampfet in die Erde Packen würgt Und Windet wühlt und stemmt Die Lüfte stehn Und Klammern krampfzerrissen Zerfetzen kracht Und Schellet gell zu Boden Die Hoffnung bebt und starrt Die Ahnung blutet Schreien wächst empor Das Leben Flammt Die letzten Brände Sprühen Wild Krallt Das Sterben Auf Zum Himmel Das Taglicht stickt Die Nacht Flort um Das Grabtuch Die Erde hüllt Und Liebe spreizt den Schoß Die Sterne zittern Strahlen brücket über Die Zeit klimmt an Und Lächeln sammelt Tropfen Und Sammeln Lächeln Lächeln Sammeln Schreiten Und Sammeln schreitet Lächeln Schreiten Schwinden Und Schreiten schwindet Schwinden Lächeln Schreiten Und Schwinden schreitet nach Dem sturen Raum
- Kontrast
- Das Leben Flammt / Das Sterben, Das Taglicht stickt / Die Nacht, Liebe spreizt den Schoß / Das Grabtuch
- Metapher
- Die letzten Brände, Das Grabtuch, Liebe spreizt den Schoß
- Onomatopoesie
- Kracht, Schellet
- Personifikation
- Die Lüfte stehn, Die Hoffnung bebt und starrt, Die Ahnung blutet, Das Leben Flammt, Die Sterne zittern, Die Zeit klimmt an
- Wiederholung
- Und, Schreiten, Lächeln, Sammeln, Schwinden