Schlacht bey Leipzig , 1.
1781(Fliegendes Blat jener Zeit.)
Ich hab den Schweden mit Augen gesehn, Er thut mir wohlgefallen, Geliebt mir in dem Herzen mein, Vor andern Königen allen.
Er hat der schönen Reiter soviel, Läst sich nicht lang vexieren, Er hat der schönen Stück so viel, Viel tausend Musketierer.
Das Frankenland ist ein schönes Land, Es hat viel schöne Strassen, Es hat so mancher brave Soldat, Sein junges Leben gelassen.
Das Sachsenland ist ein einiges Land, Es dienet Gott dem Herren, Und wenn wir kommen ins Bayerland, Frey tapfer wollen wir uns wehren.
Der Oberst Baudiß beym Schweden thut seyn, Und thut sich tapfer halten, Ist unverzagt mit dem Pappenheim Ein Schlacht, zwey, drey zu halten.
Der Tilly hat ein Garn gespannt, Es wird ihm bald zerreissen, Der Schwede ist bekannt im Land, Wohl in dem Lande Meissen.
Mit ihren Karthaunen und Stücken groß, So tapfer thun unter sie krachen, Und geben dem Garn so manchen Stoß, Daß alle Fäden brachen.
Der Tilly ins Land zu Meissen zog, Er freut sich sehr von Herzen, Und wie er wieder weichen muß, Thät er sich sehr entsetzen.
Nun weiß ich noch ein Cavallier Der wird genannt der Holke, Vom spanschen Wein und Malvasier Da kriegte er die Kolke.
Das Confeckt wohl vergiftet war, Ich thus mit Wahrheit sagen, Der Schwed dem Tilly schor den Bart, Und aus dem Land thut jagen.
Wie liefen die Krabaten davon, Dazu die Welschen Brüder: »Ade Leipzig behalt deine Mahlzeit, Zu dir komm ich nicht wieder.«
Also hat dieses Lied ein End, Das sey zu Ehren gesungen Dem König in Schweden gar behend, Der Tilly ist ihm entsprungen.
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Interpretation
Das Gedicht "Schlacht bey Leipzig" von Achim von Arnim schildert die Schlacht bei Breitenfeld im Jahr 1631 im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges. Es beschreibt den Sieg der schwedischen Truppen unter König Gustav Adolf über die katholischen Ligaheere unter Tilly. Der Text vermittelt eine patriotische Stimmung und preist die Tapferkeit der schwedischen Soldaten. Das Gedicht zeichnet ein Bild der militärischen Stärke der Schweden, die über zahlreiche Reiter und Musketiere verfügen. Es erwähnt die Opferbereitschaft der Soldaten, die ihr Leben für ihr Land lassen. Die Sachsen werden als einig und gottgefällig dargestellt, bereit, sich gegen die Bayern zu verteidigen. Die Schlacht wird als ein heftiger Kampf beschrieben, bei dem die schwedische Artillerie die feindlichen Linien durchbricht. Der Text enthält auch einige humorvolle und satirische Elemente. So wird von einem Offizier namens Holke berichtet, der durch übermäßigen Genuss von spanischem Wein und Malvasier erkrankte. Ein weiterer Vorfall wird erwähnt, bei dem Tilly durch vergiftetes Konfekt geschwächt wurde und daraufhin von den Schweden besiegt und aus dem Land gejagt wurde. Das Gedicht endet mit dem triumphalen Gesang zu Ehren des schwedischen Königs, der Tilly besiegt hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Es hat so mancher brave Soldat, Sein junges Leben gelassen.
- Anapher
- Es hat der schönen Reiter soviel, Läst sich nicht lang vexieren, Es hat der schönen Stück so viel, Viel tausend Musketierer.
- Metapher
- Der Tilly hat ein Garn gespannt, Es wird ihm bald zerreissen
- Personifikation
- Der Schwede ist bekannt im Land, Wohl in dem Lande Meissen.
- Reimschema
- Das Sachsenland ist ein einiges Land, Es dienet Gott dem Herren, Und wenn wir kommen ins Bayerland, Frey tapfer wollen wir uns wehren.
- Sprachliche Bilder
- Mit ihren Karthaunen und Stücken groß, So tapfer thun unter sie krachen
- Symbolik
- Der Schwed dem Tilly schor den Bart, Und aus dem Land thut jagen.
- Wiederholung
- Es hat der schönen Reiter soviel, Läst sich nicht lang vexieren, Es hat der schönen Stück so viel, Viel tausend Musketierer.