Schillers Bestattung

Conrad Ferdinand Meyer

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Ein ärmlich düster brennend Fackelpaar, das Sturm Und Regen jeden Augenblick zu löschen droht. Ein flatternd Bahrtuch. Ein gemeiner Tannensarg Mit keinem Kranz, dem kargsten nicht, und kein Geleit! Als brächte eilig einen Frevel man zu Grab. Die Träger hasteten. Ein Unbekannter nur Von eines weiten Mantels kühnem Schwung umgeht, Schritt dieser Bahre nach. Der Menschheit Genius wars.

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Illustration zu Schillers Bestattung

Interpretation

Das Gedicht "Schillers Bestattung" von Conrad Ferdinand Meyer beschreibt die bescheidenen und düsteren Umstände von Friedrich Schillers Beerdigung. Es zeichnet ein Bild von zwei armen Fackeln, die im Sturm und Regen zu erlöschen drohen, einem flatternden Bahrtuch und einem einfachen Tannensarg ohne Kranz oder Geleit. Die Szene wirkt eilig und fast wie die Beerdigung eines Verbrechers, was den Kontrast zwischen Schillers Bedeutung und der Armut seiner Bestattung unterstreicht. Die Eile der Träger und das Fehlen einer würdevollen Zeremonie betonen die Vernachlässigung, die Schiller posthum widerfuhr. Nur ein Unbekannter, der sich mutig mit einem weiten Mantel umgibt, folgt der Bahre. Dieser Unbekannte wird als der Genius der Menschheit identifiziert, was darauf hindeutet, dass Schillers wahrer Wert und Einfluss erst posthum erkannt und gewürdigt wurden. Das Gedicht reflektiert die Ironie, dass einer der größten Dichter Deutschlands in so bescheidenen Verhältnissen bestattet wurde, während sein geistiges Erbe die Menschheit weiterhin beeinflusst. Meyer nutzt diese Szene, um die Diskrepanz zwischen Schillers zeitloser Bedeutung und der zeitgenössischen Vernachlässigung zu verdeutlichen und somit seine Verehrung für Schiller und seine Werke zum Ausdruck zu bringen.

Schlüsselwörter

ärmlich düster brennend fackelpaar sturm regen jeden augenblick

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Stilmittel

Bildlichkeit
Ein ärmlich düster brennend Fackelpaar, das Sturm Und Regen jeden Augenblick zu löschen droht.
Kontrast
Ein gemeiner Tannensarg Mit keinem Kranz, dem kargsten nicht, und kein Geleit!
Metapher
Der Menschheit Genius wars.