Schiffahrt des Lebens

Christian Wernicke

1838

Wir irren auf der See der Welt, Weil eine Flut die andre schwellt, Kein Vorgebirg erscheint zur Rechten noch zur Linken; Wir sein der Wellen Gaukelspiel, Süd, Ost, Nord, West gilt uns gleichviel, Weil wir den Hafen nur erreichen, wenn wir sincken.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Schiffahrt des Lebens

Interpretation

Das Gedicht "Schiffahrt des Lebens" von Christian Wernicke beschreibt das Leben als eine Reise auf einem stürmischen Meer, bei der man sich ständig im Kreis dreht und keinen klaren Weg oder Hafen findet. Die Metapher des Meeres und der Schiffahrt wird verwendet, um die Ungewissheit und Ziellosigkeit des Lebens auszudrücken. Die "Flut" symbolisiert die verschiedenen Herausforderungen und Veränderungen, denen man im Leben begegnet, und die "Wellen" stehen für die Unsicherheit und die Unvorhersehbarkeit des Lebens. Das Gedicht beschreibt die menschliche Existenz als ein ständiges Suchen und Irren, bei dem man sich in alle Richtungen bewegt, aber nie wirklich vorankommt. Die Tatsache, dass "Süd, Ost, Nord, West" für den Sprecher gleichgültig ist, zeigt, dass er keine klare Vorstellung davon hat, wohin er eigentlich will. Das Leben wird als eine Art Spiel dargestellt, bei dem man sich in den "Wellen" verliert und nie wirklich ans Ziel kommt. Das Gedicht endet mit der Aussage, dass der einzige Weg, den "Hafen" zu erreichen, darin besteht, "sincken" zu müssen. Dies könnte als eine Metapher für den Tod verstanden werden, der als ein Ende des Lebens und als ein Ziel oder eine Ruhe für die Seele interpretiert werden kann. Das Gedicht vermittelt somit eine pessimistische Sicht auf das Leben, in der es als eine ziellose und ungewisse Reise dargestellt wird, die erst mit dem Tod ein Ende findet.

Schlüsselwörter

irren see welt flut andre schwellt kein vorgebirg

Wortwolke

Wortwolke zu Schiffahrt des Lebens

Stilmittel

Hyperbel
Kein Vorgebirg erscheint zur Rechten noch zur Linken
Metapher
Weil wir den Hafen nur erreichen, wenn wir sincken
Parallelismus
Süd, Ost, Nord, West gilt uns gleichviel
Personifikation
Weil eine Flut die andre schwellt