Schenken
1928Schenke groß oder klein, Aber immer gediegen. Wenn die Bedachten Die Gaben wiegen, sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei. Schenke dabei, Was in dir wohnt An Meinung, Geschmack und Humor, So dass die eigene Freude zuvor Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List. Sei eingedenk, Dass dein Geschenk Du selber bist.
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Interpretation
Das Gedicht "Schenken" von Joachim Ringelnatz behandelt die Kunst des Schenkens und die damit verbundenen moralischen und emotionalen Aspekte. Der Autor betont die Wichtigkeit von Aufrichtigkeit und Herzensgüte beim Schenken, unabhängig vom materiellen Wert des Geschenks. Die ersten beiden Strophen legen den Fokus auf die Qualität und die Intention hinter dem Geschenk, wobei ein reines Gewissen und die Freude des Gebers im Vordergrund stehen. In der dritten Strophe vertieft Ringelnatz die Idee, dass ein Geschenk eine Erweiterung der eigenen Persönlichkeit ist. Er fordert den Schenkenden auf, mit Geist und ohne List zu geben, und erinnert daran, dass das Geschenk eine Reflexion des Schenkenden selbst ist. Dies impliziert, dass das Schenken nicht nur eine materielle, sondern auch eine persönliche und intime Handlung ist, die die Beziehung zwischen Schenkendem und Beschenktem stärkt. Das Gedicht schließt mit der Erkenntnis, dass das wahre Geschenk der Geber selbst ist. Ringelnatz legt nahe, dass die Aufrichtigkeit und die persönliche Note, die in das Geschenk einfließen, letztendlich das wertvollste Element sind. Das Gedicht ermutigt den Leser, beim Schenken authentisch zu sein und die Freude am Geben als Belohnung zu sehen, was eine tiefere und bedeutungsvollere Form des Schenkens fördert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Schenke groß oder klein, Aber immer gediegen
- Bildlichkeit
- Dich reichlich belohnt
- Imperativ
- Schenke groß oder klein, Schenke herzlich und frei, Schenke mit Geist ohne List
- Metapher
- Sei dein Gewissen rein
- Parallelismus
- Schenke herzlich und frei. Schenke dabei, Was in dir wohnt An Meinung, Geschmack und Humor
- Personifikation
- Wenn die Bedachten Die Gaben wiegen
- Reimschema
- AABB