Scheintod

Johann Wolfgang von Goethe

1749

Weint, Mädchen, hier bei Amors Grabe! hier Sank er von nichts, von Ungefähr danieder. Doch ist er wirklich tot? Ich schwöre nicht dafür: Ein Nichts, ein Ungefähr erweckt ihn öfters wieder.

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Interpretation

Das Gedicht "Scheintod" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von der scheinbaren Niederlage der Liebe, symbolisiert durch den Tod des Amors. Der Titel deutet bereits an, dass es sich nicht um einen wirklichen Tod, sondern um einen Scheintod handelt, der die vorübergehende Schwäche der Liebe darstellt. Das Mädchen wird aufgefordert, an Amors Grab zu weinen, was die Trauer über den Verlust der Liebe ausdrückt. Doch der Sprecher ist sich nicht sicher, ob Amor wirklich tot ist, und deutet an, dass die Liebe oft durch nichts oder durch Zufälle wieder zum Leben erweckt wird. Die Sprache des Gedichts ist einfach und direkt, aber die Symbolik ist tiefgründig. Der Tod Amors steht für die vorübergehende Schwäche der Liebe, die durch äußere Umstände oder innere Zweifel verursacht wird. Die Unsicherheit des Sprechers, ob Amor wirklich tot ist, spiegelt die Unberechenbarkeit der Liebe wider, die oft unerwartet wieder aufblühen kann. Die Wiederbelebung durch "Nichts" oder "Ungefähr" deutet darauf hin, dass die Liebe oft durch kleine, unbedeutende Dinge oder durch Zufälle wiederbelebt werden kann. Das Gedicht reflektiert die flüchtige Natur der Liebe und ihre Fähigkeit, sich immer wieder neu zu entfalten. Es zeigt, dass die Liebe, obwohl sie manchmal schwach oder verletzlich erscheint, eine unerschöpfliche Quelle der Erneuerung und des Wachstums sein kann. Die Botschaft des Gedichts ist eine Erinnerung daran, dass die Liebe, obwohl sie manchmal zu verschwinden scheint, immer wieder aufblühen kann, wenn man ihr die Chance gibt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
von nichts, von Ungefähr
Apostrophe
Weint, Mädchen, hier bei Amors Grabe!
Personifikation
hier Sunk er von nichts, von Ungefähr danieder
Rhetorische Frage
Doch ist er wirklich tot? Ich schwöre nicht dafür: