Schaut, welch ein Wunder stellt sich dar

Paul Gerhardt

1607

Schaut, welch ein Wunder stellt sich dar! die schwarze Nacht wird hell und klar; ein großes Licht bricht dort herein, ihm weichet aller Sterne Schein.

Es ist ein rechtes Wunderlicht und gar die alte Sonne nicht, weils wider die Natur die Nacht zu einem hellen Tage macht. O schauet hin! Des Himmels Heer, das bringt uns jetzt die Freudenmär, wie sich nunmehr hab eingestellt zu Bethlehem das Heil der Welt.

O Gütigkeit! Was lange Jahr sich hat der frommen Väter Schar gewünscht und sehnlich oft begehrt, des werden wir von Gott gewährt.

Schaut hin! Dort liegt im finstern Stall, des Herrschaft gehet überall. Das Wort, so bald im Anfang war bei Gott, selbst Gott, das lieget dar.

Dies ist die rechte Freudenzeit, weg Trauern, weg, weg alles Leid! Trotz dem, der ferner uns verhöhnt! Gott selbst ist Mensch, wir sind versöhnt.

Es hat mit uns nun keine Not, weil Sünde, Teufel, Höll und Tod zu Spott und Schanden sind gemacht in dieser großen Wundernacht.

O selig, selig alle Welt, die sich an dieses Kindlein hält! Wohl dem, der dieses recht erkennt und gläubig seinen Heiland nennt.

Es danke Gott, wer danken kann, der unser nimmt so hoch sich an und sendet uaus des Himmels Thron uns, seinen Feinden, seinen Sohn.

Drum stimmt an mit der Engel Heer: Gott in der Höhe nun sei Ehr, auf Erden Frieden jederzeit den Menschen Wonn und Fröhlichkeit.

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Illustration zu Schaut, welch ein Wunder stellt sich dar

Interpretation

Das Gedicht "Schaut, welch ein Wunder stellt sich dar" von Paul Gerhardt beschreibt die Weihnachtsgeschichte und die Geburt Jesu Christi. Es beginnt mit der Beschreibung des Wunders, dass die dunkle Nacht hell wird und ein großes Licht hereinbricht. Dieses Licht ist ein Wunder, das die Natur übertrifft und die Sterne in den Schatten stellt. Das Gedicht betont die Freude und das Glück, das die Geburt Jesu bringt, und wie sie sich von den Wünschen und Sehnsüchten der frommen Väter erfüllt. Das Gedicht geht weiter und beschreibt, wie Jesus, das Wort, das von Anfang an bei Gott war, in einem dunklen Stall in Bethlehem geboren wird. Es betont die Bedeutung dieser Geburt als die "rechte Freudenzeit" und ruft dazu auf, Trauer und Leid zu vergessen. Das Gedicht drückt die Überzeugung aus, dass Gott selbst Mensch geworden ist und die Menschheit versöhnt hat. Es betont auch, dass Sünde, Teufel, Hölle und Tod in dieser wunderbaren Nacht besiegt wurden. Das Gedicht endet mit einem Aufruf zur Dankbarkeit und zum Lobpreis Gottes. Es ruft dazu auf, sich an das Kindlein Jesus zu halten und ihn als den Heiland anzuerkennen. Das Gedicht ermutigt die Menschen, sich dem Lobpreis der Engel anzuschließen und Gott Ehre zu geben. Es betont den Frieden und die Freude, die Jesus auf die Erde gebracht hat, und wünscht allen Menschen Wonne und Fröhlichkeit.

Schlüsselwörter

gott weg schaut dar nacht hin himmels heer

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Stilmittel

Hyperbel
Es ist ein rechtes Wunderlicht
Metapher
Und sendet uaus des Himmels Thron uns, seinen Feinden, seinen Sohn
Personifikation
Trotz dem, der ferner uns verhöhnt