Schäfers Klagelied
1802Da droben auf jenem Berge, Da steh′ ich tausendmal An meinem Stabe gebogen Und schaue hinab in das Tal.
Dann folg′ ich der weidenden Herde, Mein Hündchen bewahret mir sie. Ich bin herunter gekommen Und weiß doch selber nicht wie.
Da stehet von schönen Blumen Die ganze Wiese so voll. Ich breche sie, ohne zu wissen, Wem ich sie geben soll.
Und Regen, Sturm und Gewitter Verpaß′ ich unter dem Baum. Die Türe dort bleibet verschlossen Doch alles ist leider ein Traum.
Es stehet ein Regenbogen Wohl über jenem Haus! Sie aber ist weggezogen, Und weit in das Land hinaus.
Hinaus in das Land und weiter, Vielleicht gar über die See. Vorüber, ihr Schafe, vorüber! Dem Schäfer ist gar so weh.
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Interpretation
Das Gedicht "Schäfers Klagelied" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von der Sehnsucht und der Trauer eines Schäfers, der von seiner verlorenen Liebe träumt. Der Schäfer steht oft auf einem Berg und blickt hinab ins Tal, wo er seine Herde weiden sieht. Er folgt ihr hinunter, ohne zu wissen, wie er dorthin gekommen ist. Er pflückt schöne Blumen, ohne zu wissen, wem er sie schenken soll. Er verpasst Regen, Sturm und Gewitter unter einem Baum. Er sieht einen Regenbogen über einem Haus, aber seine Geliebte ist weggezogen und weit ins Land hinaus. Der Schäfer ist untröstlich und sehnt sich nach ihr. Das Gedicht "Schäfers Klagelied" von Johann Wolfgang von Goethe ist ein typisches Beispiel für die Empfindsamkeit und die Naturlyrik der deutschen Romantik. Der Schäfer drückt seine Gefühle von Liebe, Leid und Hoffnungslosigkeit in einfachen, aber eindringlichen Bildern aus. Er verbindet seine innere Zerrissenheit mit der äußeren Landschaft, die er durchstreift. Er fühlt sich einsam und verlassen, aber auch geborgen in der Natur. Er träumt von seiner Geliebten, die er nicht erreichen kann, aber auch nicht vergessen kann. Er ist ein Opfer der unerfüllten Liebe, aber auch ein Zeuge der Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens. Das Gedicht "Schäfers Klagelied" von Johann Wolfgang von Goethe ist ein zeitloses und universelles Werk, das die menschliche Erfahrung von Liebe und Verlust widerspiegelt. Der Schäfer ist ein Symbol für jeden, der jemals geliebt und verloren hat. Er ist ein Symbol für die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren, nach dem Glück, das einem entgleitet. Er ist ein Symbol für die Kraft der Natur, die tröstet und erneuert, aber auch für die Vergänglichkeit der Zeit, die alles verändert. Er ist ein Symbol für die Poesie, die das Unaussprechliche ausdrückt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Da droben auf jenem Berge
- Hyperbel
- Da steh′ ich tausendmal
- Metapher
- Vielleicht gar über die See
- Personifikation
- Da droben auf jenem Berge, Da steh′ ich tausendmal An meinem Stabe gebogen
- Symbolik
- Es stehet ein Regenbogen Wohl über jenem Haus!