Scene aus der Lützner Schlacht

Max von Schenkendorf

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Wer sprenget auf dem stolzen Roß Bis in die vordern Reihen, Und will dem Eisen, dem Geschoß Das muntre Leben weihen? Das ist ein junger Königssohn, Der Erbe von dem Preußenthron.

Drob zürnet ihm des Königs Muth Und straft mit mildem Worte: »Zurück, du junges Zollernblut, Zum angewies′nen Orte. Du rascher, junger Königssohn Mußt erben ja den hohen Thron.

O reite junges, edles Wild, Du ritterlicher Degen, - Vom Himmel schaut ein sel′ges Bild Mit Lust nach deinen Wegen, Die Mutter schützt den Königssohn, Du erbest doch der Väter Thron.

Du wirst uns lang′ im Ehrenfeld Mit Blick und Schwert regieren, In späten Jahren, werther Held, Ein frommes Scepter führen. Du rascher, lieber Königssohn, Wir retten auch für dich den Thron.

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Illustration zu Scene aus der Lützner Schlacht

Interpretation

Das Gedicht "Scene aus der Lützner Schlacht" von Max von Schenkendorf schildert die Auseinandersetzung zwischen einem jungen Königssohn und seinem Vater, dem König, während einer Schlacht. Der junge Prinz möchte mutig an vorderster Front kämpfen, doch der König mahnt ihn zur Zurückhaltung. Der König erklärt, dass der Prinz als Erbe des Preußenthrons eine besondere Verantwortung trägt und nicht unnötig sein Leben riskieren soll. Der Konflikt zwischen dem Wunsch des Prinzen nach Ruhm und der Sorge des Königs um seinen Sohn und das Königreich wird deutlich. Das Gedicht verdeutlicht die Spannung zwischen persönlichem Ehrgeiz und der Pflicht gegenüber dem Staat. Der junge Königssohn sehnt sich danach, seine Tapferkeit unter Beweis zu stellen und im Kampf Ruhm zu erlangen. Der König hingegen weiß, dass der Prinz als zukünftiger Herrscher unersetzlich ist und seine Sicherheit für das Wohl des Königreichs von großer Bedeutung ist. Der Vater appelliert an das Verantwortungsbewusstsein des Sohnes und bittet ihn, seine Rolle als Thronfolger zu erkennen und zu akzeptieren. Das Gedicht thematisiert auch die Opferbereitschaft des Volkes für seinen König und das Königreich. Die letzten Zeilen deuten an, dass das Volk bereit ist, für den jungen Königssohn und seinen Thron zu kämpfen und zu sterben. Es wird deutlich, dass der Prinz nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Zukunft des Königreichs kämpft. Das Gedicht vermittelt somit die Idee der Selbstlosigkeit und des Zusammenhalts im Angesicht äußerer Bedrohungen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Mutter schützt den Königssohn
Anapher
Wer sprenget auf dem stolzen Roß
Hyperbel
Wir retten auch für dich den Thron
Metapher
Zollernblut
Personifikation
Das Eisen, das Geschoß