Samstag-Abend

Hanns von Gumppenberg

1866

Wozu würden wir denn leben, Wenn nach dem verdammten Streben Nicht der Samstag Abend wär′ Mit dem Sonntag hinterher?

Fehlt′ es uns an diesem Ziele, Möcht′ ich wirklich sehn, wie viele Noch bereit beim Hahnenschrei Wären zu der Rackerei!

So hingegen läßt sich′s tragen - Tröstet′s doch, schon nach sechs Tagen Arbeitsamer Höllenpein Immer wieder faul zu sein!

Mit dem Batzen in der Tasche Hockt man dann bei Krug und Flasche, Hört als kunstgeneigter Mann Einen Widihupfauf an;

Spricht nicht mehr, als zur Verdauung Nötig ist und Auferbauung - Regt sich ′mal die Phantasie, Kneift sein Schätzgen man ins Knie.

Ja, ′s ist alles richtig wieder, Sinkt die Samstagssonne nieder! Schmunzelnd geht im Publikum Dann sein lieber Gott herum.

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Illustration zu Samstag-Abend

Interpretation

Das Gedicht "Samstag-Abend" von Hanns von Gumppenberg beschreibt die Erleichterung und Freude, die der Samstagabend nach einer arbeitsreichen Woche mit sich bringt. Der Autor fragt sich, wozu Menschen leben würden, wenn es nicht diesen ersehnten Abend gäbe, der von einem erholsamen Sonntag gefolgt wird. Er betont, dass das Ziel des Samstagabends viele Menschen motiviert, die Strapazen der Arbeitswoche zu ertragen. Im zweiten Teil des Gedichts schildert Gumppenberg die typischen Aktivitäten eines Samstagabends. Menschen treffen sich in gemütlicher Runde, genießen ein Getränk und lauschen vielleicht einem Musikstück. Die Gespräche sind eher oberflächlich und dienen der Entspannung und dem Aufbau. Zwischendurch mag die Fantasie spielen, und manch einer mag seiner Liebsten einen zärtlichen Streich spielen. Das Gedicht endet mit der Aussage, dass alles wieder in Ordnung ist, wenn die Sonne am Samstagabend untergeht. Der liebe Gott selbst schmunzelt und geht durch die Menge, was die allgemeine Zufriedenheit und Gelassenheit an diesem Abend unterstreicht. Gumppenberg vermittelt die Botschaft, dass der Samstagabend eine wichtige Rolle im Leben der Menschen spielt, da er ihnen eine willkommene Auszeit vom Alltag und eine Gelegenheit zur Erholung und zum Genuss bietet.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Samstag-Abend
Anapher
Wozu würden wir denn leben, Wenn nach dem verdammten Streben Nicht der Samstag Abend wär′
Bildsprache
Arbeitsamer Höllenpein
Enjambement
Mit dem Batzen in der Tasche / Hockt man dann bei Krug und Flasche
Metapher
Samstag-Abend
Personifikation
Schmunzelnd geht im Publikum Dann sein lieber Gott herum
Reimschema
abab
Sprachliche Bildlichkeit
Bei Krug und Flasche
Symbolik
Samstag-Abend als Symbol für Ruhe und Entspannung
Wortwiederholung
Samstag