Salziges

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

1841

gewiß nicht mehr als 4 - 5 - 6 Thlr. kosten; was nun jetzt an den Staat mehr dafür bezahlt werden muß, ist demnach als Steuer anzusehen, der sich unentbehrlich ist.

Friedr. Bened. Weber, Handb. der staatswirthsch.Statistik der pr. Mon. S. 670.

Das Salz ist theuer, billig sind die Zähren! O wenn doch unsre Zähren Salz nur wären! Dann hätten wir in unsrer Noth Auch Salz auf unser bischen Brot.

Warum doch machen sie das Salz so theuer? O ging′ es ihnen allen doch noch heuer, Wie Loth′s Gemahlin dazumal! Dann brauchten wir kein Salzregal.

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Interpretation

Das Gedicht "Salziges" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben kritisiert die Salzsteuer, die den Preis für dieses lebensnotwendige Gut erheblich erhöht. Der Dichter stellt die Frage, warum das Salz so teuer gemacht wird, und drückt seine Empörung über die finanzielle Belastung der Bevölkerung aus. In den ersten beiden Strophen wird die Diskrepanz zwischen dem eigentlichen Wert des Salzes und dem durch Steuern künstlich erhöhten Preis aufgezeigt. Hoffmann von Fallersleben nutzt eine sarkastische Wendung, indem er darauf hinweist, dass Tränen, die oft als "salzig" bezeichnet werden, wesentlich billiger sind als das tatsächliche Salz. Er wünscht sich, dass die Tränen der Notleidenden als Salzersatz dienen könnten, um auch in Zeiten der Armut noch eine Prise Salz auf das Brot streuen zu können. Die letzte Strophe des Gedichts enthält eine drastische Forderung, die den Zorn des Dichters über die Salzsteuer verdeutlicht. Hoffmann von Fallersleben wünscht sich, dass die Verantwortlichen für die Steuer dasselbe Schicksal erleiden wie Lots Frau, die in der biblischen Geschichte zu einer Salzsäule erstarrte. Durch diesen Vergleich drückt er aus, dass er die Abschaffung der Salzsteuer wünscht, damit die Bevölkerung nicht länger für dieses lebensnotwendige Gut zur Kasse gebeten wird.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anspielung
Wie Loth's Gemahlin dazumal!
Hyperbel
O wenn doch unsre Zähren Salz nur wären!
Ironie
Warum doch machen sie das Salz so theuer?
Kontrast
Das Salz ist theuer, billig sind die Zähren!
Metapher
Das Salz ist theuer, billig sind die Zähren!