Sängers Trost

Justinus Kerner

1840

Weint auch einst kein Liebchen Tränen auf mein Grab, Träufeln doch die Blumen Milden Tau hinab;

Weilt an ihm kein Wandrer Im Vorüberlauf, Blickt auf seiner Reise Doch der Mond darauf.

Denkt auf diesen Fluren Bald kein Erdner mein, Denkt doch mein die Aue Und der stille Hain.

Blumen, Hain und Aue, Stern und Mondenlicht, Die ich sang, vergessen Ihres Sängers nicht.

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Interpretation

Das Gedicht "Sängers Trost" von Justinus Kerner handelt von der Trostlosigkeit des Todes und der Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher des Gedichts reflektiert über die Tatsache, dass nach seinem Tod niemand mehr an ihn denken oder weinen wird. Er stellt sich vor, dass selbst die Blumen auf seinem Grab nur milden Tau spenden werden und keine Tränen vergießen. Auch Wanderer werden an seinem Grab vorbeigehen, ohne anzuhalten, nur der Mond wird darauf blicken. Im zweiten Teil des Gedichts beschäftigt sich der Sprecher mit der Idee, dass bald niemand mehr an ihn denken wird. Er erwähnt die Fluren, auf denen er einst wandelte, und wie bald niemand mehr an ihn denken wird. Doch die Aue und der stille Hain werden immer an ihn denken und ihn in Erinnerung behalten. Im letzten Teil des Gedichts beschreibt der Sprecher, wie er einst über die Blumen, den Hain und die Aue gesungen hat. Er hofft, dass diese Dinge, die er einst besungen hat, ihn nicht vergessen werden. Der Sprecher findet Trost darin, dass seine Lieder und die Schönheit der Natur ihn überdauern werden.

Schlüsselwörter

kein blumen denkt aue hain weint einst liebchen

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Stilmittel

Alliteration
Milden Tau
Anapher
Weint auch einst kein Liebchen / Tränen auf mein Grab, / Träufeln doch die Blumen / Milden Tau hinab
Enjambement
Weint auch einst kein Liebchen / Tränen auf mein Grab, / Träufeln doch die Blumen / Milden Tau hinab
Gegenüberstellung
Weint auch einst kein Liebchen / Tränen auf mein Grab, / Träufeln doch die Blumen / Milden Tau hinab
Metapher
Blumen, Hain und Aue, / Stern und Mondenlicht
Parallelismus
Weilt an ihm kein Wandrer / Im Vorüberlauf, / Blickt auf seiner Reise / Doch der Mond darauf
Personifikation
Denkt doch mein die Aue / Und der stille Hain