′s Dagebladd
unknownWer läs es nich - mei Leibzger Dagebladd?! Der Stadtrat un der Mann in Leinwandgiddel - Ä jeder hälds. In Rathaus wie in Spiddel Reißd mer sich drum un seifzd wenn mersch nich had.
Un had mersch, liesd mersch - kriechd mersch gar nich sadd, Das awer is sei scheensder Ruhmesdiddel: ′s is Sie das härrlichsde Beruhjungsmiddel Fer dän, der ergend was von Nerven had:
Nie wurde ′s (wie de mehrschden andern Blädder) Dorch Mord un Dodschlag, Brand un Hagelwedder Ze iewereilden Meldungen verleidet!
Erzählds, daß wo ne Scheißlichgeid gewesen: Had mersche längst schon anderschwo gelesen Un is gewissermaßen vorbereided!
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Interpretation
Das Gedicht 's Dagebladd von Georg Bötticher ist eine humorvolle und zugleich kritische Betrachtung der Rolle der Tageszeitung im Alltag. Der Erzähler zeigt sich verwundert über die große Aufmerksamkeit, die der Zeitung geschenkt wird, und stellt fest, dass sie von vielen Menschen als unverzichtbar angesehen wird. Die Zeitung dient nicht nur als Informationsquelle, sondern auch als Mittel zur Beruhigung und Ablenkung von den Sorgen des Alltags. In den folgenden Versen wird die Bedeutung der Zeitung als Medium für positive Nachrichten hervorgehoben. Im Gegensatz zu anderen Zeitungen, die oft von negativen Ereignissen wie Mord, Totschlag, Brand und Unwetter berichten, bietet 's Dagebladd eine erheiternde Lektüre. Es wird als ein Ort beschrieben, an dem man bereits gelesene Geschichten über unangenehme Vorfälle findet, was darauf hindeutet, dass die Zeitung als eine Art Vorbereitung auf das dient, was man bereits kennt oder erwartet. Das Gedicht endet mit einer ironischen Bemerkung über die Art der Berichterstattung in 's Dagebladd. Es wird angedeutet, dass die Zeitung oft über Ereignisse berichtet, die bereits an anderer Stelle gelesen wurden, was die Frage nach dem Neuigkeitswert der Informationen aufwirft. Insgesamt zeichnet das Gedicht ein Bild einer Zeitung, die sowohl als Informationsquelle als auch als Mittel zur emotionalen Regulierung dient, und wirft dabei einen kritischen Blick auf die Rolle der Medien in der Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Der Stadtrat un der Mann in Leinwandgiddel
- Hyperbel
- ′s is Sie das härrlichsde Beruhjungsmiddel fer dän, der ergend was von Nerven had
- Ironie
- Erzählds, daß wo ne Scheißlichgeid gewesen: Had mersche längst schon anderschwo gelesen Un is gewissermaßen vorbereided
- Kontrast
- Nie wurde ′s (wie de mehrschden andern Blädder) Dorch Mord un Dodschlag, Brand un Hagelwedder Ze iewereilden Meldungen verleidet
- Metapher
- 's is Sie das härrlichsde Beruhjungsmiddel
- Personifikation
- 's Dagebladd