Rückkehr

Stefan George

1868

Ich fahre heim auf reichem kahne - Das ziel erwacht im abendrot - Vom maste weht die weisse fahne - Wir übereilen manches boot.

Die alten ufer und gebäude Die alten glocken neu mir sind - Mit der verheissung neuer freude Bereden mich die winde lind.

Da taucht aus grünen wogenkämmen Ein wort - ein rosenes gesicht : Du wohntest lang bei fremden stämmen - Doch unsre liebe starb dir nicht.

Du fuhrest aus im morgengrauen Und als ob einen tag nur fern Begrüssen dich die wellenfrauen Die ufer und der erste stern.

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Illustration zu Rückkehr

Interpretation

Das Gedicht "Rückkehr" von Stefan George handelt von einer Heimkehr auf einem Schiff, die im Abendrot stattfindet. Der Sprecher kehrt zu einem Ort zurück, der ihm vertraut ist, aber auch neu erscheint. Die alten Ufer und Gebäude sowie die alten Glocken wirken auf ihn wie neu, begleitet von der Verheißung neuer Freude, die von den sanften Winden verkündet wird. In der zweiten Strophe taucht aus den grünen Wellenbergen ein Wort und ein rosiges Gesicht auf, das dem Sprecher sagt, dass er lange bei fremden Stämmen gelebt hat, aber dass ihre Liebe nicht gestorben ist. Die Heimkehr wird als eine Art Wiedervereinigung mit der verlorenen Liebe dargestellt, die den Sprecher erwartet. In der letzten Strophe wird die Heimkehr als eine Rückkehr in die Arme der Geliebten beschrieben. Der Sprecher fuhr am frühen Morgen aus, und als er zurückkehrt, begrüßen ihn die Wellenfrauen, die Ufer und der erste Stern, als wäre er nur einen Tag weg gewesen. Die Heimkehr wird als eine Art Wiedervereinigung mit der verlorenen Liebe dargestellt, die den Sprecher erwartet.

Schlüsselwörter

alten ufer fahre heim reichem kahne ziel erwacht

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
mit der verheissung neuer freude
Bildsprache
Du fuhrest aus im morgengrauen
Kontrast
Du wohntest lang bei fremden stämmen - Doch unsre liebe starb dir nicht
Metapher
Das ziel erwacht im abendrot
Personifikation
Die ufer und der erste stern
Symbolik
Die weisse fahne