Rückkehr

Joseph von Eichendorff

1837

Mit meinem Saitenspiele, Das schön geklungen hat, Komm ich durch Länder viele Zurück in diese Stadt.

Ich ziehe durch die Gassen, So finster ist die Nacht, Und alles so verlassen, Hatts anders mir gedacht.

Am Brunnen steh ich lange, Der rauscht fort, wie vorher, Kommt mancher wohl gegangen, Es kennt mich keiner mehr.

Da hört ich geigen, pfeifen, Die Fenster glänzten weit, Dazwischen drehn und schleifen Viel fremde, fröhliche Leut.

Und Herz und Sinne mir brannten, Mich triebs in die weite Welt, Es spielten die Musikanten, Da fiel ich hin im Feld.

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Illustration zu Rückkehr

Interpretation

Das Gedicht "Rückkehr" von Joseph von Eichendorff thematisiert die Heimkehr eines Reisenden, der mit seiner Musik durch viele Länder gezogen ist und nun in seine Heimatstadt zurückkehrt. Die Atmosphäre ist melancholisch und nostalgisch geprägt, da der Reisende feststellen muss, dass sich vieles verändert hat und er von den Menschen kaum noch erkannt wird. Die erste Strophe beschreibt die Ankunft des Reisenden in der Stadt, begleitet von seiner Musik, die einst so schön geklungen hat. Doch die zweite Strophe vermittelt bereits eine düstere Stimmung, da die Nacht finster und die Straßen verlassen sind. Der Reisende ist überrascht, wie sich alles verändert hat und wie anders er sich das vorgestellt hatte. In der dritten Strophe steht der Reisende lange am Brunnen und hört das Wasser rauschen, das so gleich geblieben ist wie früher. Doch die Menschen, die vorbeigehen, kennen ihn nicht mehr. Die vierte Strophe beschreibt, wie der Reisende Musik aus den Fenstern hört und fröhliche, fremde Menschen sieht. Dies weckt in ihm die Sehnsucht nach der weiten Welt und dem Abenteuer. Schließlich überwältigt ihn die Musik so sehr, dass er ohnmächtig im Feld zusammenbricht. Das Gedicht vermittelt das Gefühl der Entwurzelung und des Fremdseins des Reisenden in seiner Heimatstadt. Die Sehnsucht nach der Ferne und das Unbehagen in der heimatlichen Umgebung stehen im Mittelpunkt. Der Reisende fühlt sich von den Menschen entfremdet und sehnt sich nach der Freiheit und dem Abenteuer der weiten Welt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Am Brunnen steh ich lange, Der rauscht fort, wie vorher
Hyperbel
Und Herz und Sinne mir brannten
Ironie
Hatts anders mir gedacht
Personifikation
Das schön geklungen hat
Symbolik
Viel fremde, fröhliche Leut