Rückblick
1827Es brennt mir unter beiden Sohlen, Tret′ ich auch schon auf Eis und Schnee, Ich möcht′ nicht wieder Atem holen, Bis ich nicht mehr die Türme seh′.
Hab′ mich an jeden Stein gestoßen, So eilt′ ich zu der Stadt hinaus; Die Krähen warfen Bäll′ und Schloßen Auf meinen Hut von jedem Haus.
Wie anders hast du mich empfangen, Du Stadt der Unbeständigkeit! An deinen blanken Fenstern sangen Die Lerch′ und Nachtigall im Streit.
Die runden Lindenbäume blühten, Die klaren Rinnen rauschten hell, Und ach, zwei Mädchenaugen glühten. - Da war′s gescheh′n um dich, Gesell!
Kommt mir der Tag in die Gedanken, Möcht′ ich noch einmal rückwärts seh′n, Möcht′ ich zurücke wieder wanken, Vor ihrem Hause stille steh′n.
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Interpretation
Das Gedicht "Rückblick" von Wilhelm Müller handelt von einer Reise, die der Sprecher hinter sich hat. Er ist durch Eis und Schnee gegangen und hat dabei Schmerzen in seinen Sohlen gespürt. Er wollte nicht mehr Atem holen, bis er die Türme nicht mehr sehen konnte. Er hat sich an jeden Stein gestoßen und ist eilig aus der Stadt hinausgegangen. Die Krähen haben ihm von jedem Haus aus Bäll und Schloßen auf seinen Hut geworfen. Die Stadt, die der Sprecher verlassen hat, war für ihn eine Stadt der Unbeständigkeit. An den blanken Fenstern sangen die Lerch und Nachtigall im Streit. Die runden Lindenbäume blühten und die klaren Rinnen rauschten hell. Zwei Mädchenaugen glühten, was den Sprecher verzaubert hat. Er hat die Stadt für immer verlassen, aber er denkt immer noch an diesen Tag zurück. Er möchte noch einmal zurückgehen und vor dem Haus des Mädchens stillstehen. Das Gedicht beschreibt eine Reise, die der Sprecher unternommen hat, und seine Erinnerungen an eine Stadt, die er verlassen hat. Die Stadt war für ihn eine Stadt der Unbeständigkeit, aber auch eine Stadt voller Schönheit und Verzauberung. Das Mädchen, das er getroffen hat, hat ihn so sehr beeindruckt, dass er immer noch an diesen Tag zurückdenkt. Das Gedicht ist eine Hommage an die Erinnerungen und die Schönheit der Vergangenheit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Gesell
- Bildlichkeit
- An deinen blanken Fenstern sangen Die Lerch′ und Nachtigall im Streit
- Enjambement
- Es brennt mir unter beiden Sohlen, Tret′ ich auch schon auf Eis und Schnee
- Hyperbel
- Ich möcht′ nicht wieder Atem holen, Bis ich nicht mehr die Türme seh′
- Kontrast
- Wie anders hast du mich empfangen
- Metapher
- Es brennt mir unter beiden Sohlen
- Personifikation
- Die Krähen warfen Bäll′ und Schloßen Auf meinen Hut von jedem Haus
- Symbolik
- Die runden Lindenbäume blühten, Die klaren Rinnen rauschten hell
- Vergleich
- Du Stadt der Unbeständigkeit
- Wiederholung
- Möcht′ ich noch einmal rückwärts seh′n, Möcht′ ich zurücke wieder wanken