Rosette

Heinrich Christian Boie

1868

An Rosettens Blicken hangend, Schmachtend, seufzend und verlangend Fleh ich mit vergebner Müh: Kannst du ewig meinen Klagen, Meinen Thränen dich versagen? Lohnst du meine Treue nie?

Aber immer unbeweglich Hört das kalte Mädchen täglich Meine Seufzer an und spricht: »Hoffnung nährt allein die Liebe. Glaub’, ich theilte deine Triebe, Wünscht’ ich ihre Dauer nicht.«

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Illustration zu Rosette

Interpretation

Das Gedicht "Rosette" von Heinrich Christian Boie handelt von einem unglücklichen Verehrer, der verzweifelt um die Liebe eines Mädchens namens Rosette buhlt. In den ersten Strophen fleht der Sprecher um Anerkennung seiner Gefühle und fragt, ob Rosette ihm niemals für seine Treue und seine Tränen danken werde. Das Mädchen jedoch bleibt unbeeindruckt und kalt. Sie hört die Seufzer des Sprechers an und antwortet mit einer kalten, logischen Argumentation. Sie behauptet, dass die Hoffnung die Liebe nährt und dass sie, wenn sie seine Triebe teilen würde, nicht wünschen würde, dass sie ewig dauern. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis des Sprechers, dass seine Liebe zu Rosette vergeblich ist. Er bleibt in seiner Sehnsucht gefangen, während Rosette unberührt und unnahbar bleibt. Das Gedicht vermittelt ein Gefühl von Verzweiflung und Unerfülltheit, das durch die Kälte und Unnahbarkeit des Mädchens noch verstärkt wird.

Schlüsselwörter

rosettens blicken hangend schmachtend seufzend verlangend fleh vergebner

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Stilmittel

Anapher
An Rosettens Blicken hangend, Schmachtend, seufzend und verlangend
Bedingung
Glaub', ich theilte deine Triebe, Wünscht' ich ihre Dauer nicht
Kontrast
Aber immer unbeweglich Hörst das kalte Mädchen täglich Meine Seufzer an und spricht
Metapher
Hoffnung nährt allein die Liebe
Personifikation
Hoffnung nährt allein die Liebe
Rhetorische Frage
Kannst du ewig meinen Klagen, Meinen Thränen dich versagen? Lohnst du meine Treue nie?