Römischer Ehekontrakt

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1804

Cazzo! ihr nehmet ein Weib, und könnt euch selbst nicht ernähren? - »Das ist′s eben, mein Freund, darum ernähret sie mich.«

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Interpretation

Das Gedicht "Römischer Ehekontrakt" von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine scharfe Kritik an den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen rund um Ehe und finanzielle Abhängigkeit. Durch den Dialog zwischen zwei Personen wird die Absurdität und Ironie der Situation deutlich. Der erste Sprecher ist schockiert über die Idee, dass jemand eine Frau heiraten kann, ohne sich selbst ernähren zu können. Dies impliziert eine traditionelle Sichtweise, in der der Mann als Ernährer der Familie angesehen wird. Der zweite Sprecher antwortet mit einer überraschenden und provokativen Aussage: Er heiratet, um von seiner Frau ernährt zu werden. Diese Umkehrung der Rollen und Erwartungen ist ein zentrales Thema des Gedichts. Waiblinger verwendet hier einen humorvollen und sarkastischen Ton, um die Konventionen der Ehe und die wirtschaftlichen Abhängigkeiten, die oft damit verbunden sind, zu hinterfragen. Das Gedicht legt nahe, dass die Gründe für eine Ehe oft weit von den romantischen Idealen entfernt sind und stattdessen von pragmatischen, wenn nicht gar zynischen Überlegungen geprägt sind. Die Verwendung des Ausdrucks "Cazzo!" am Anfang des Gedichts setzt einen ungezwungenen und direkten Ton, der die Ernsthaftigkeit der Thematik kontrastiert. Waiblinger fordert den Leser auf, über die wahren Motive hinter der Ehe und die gesellschaftlichen Erwartungen nachzudenken, die oft unausgesprochen bleiben. Das Gedicht ist eine scharfsinnige Beobachtung der menschlichen Natur und der Komplexität der Beziehungen, die durch wirtschaftliche und soziale Faktoren beeinflusst werden.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Ironie
»Das ist's eben, mein Freund, darum ernähret sie mich.«
Rhetorische Frage
Cazzo! ihr nehmet ein Weib, und könnt euch selbst nicht ernähren?