Römische Faulheit

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1804

Zwanzig Jahre wohn′ ich nun schon auf dem Platze St. Peters, Doch in die Kirche hinein kam ich noch nicht.

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Illustration zu Römische Faulheit

Interpretation

Das Gedicht "Römische Faulheit" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt die Ironie des Lebens in der Nähe eines bedeutenden Ortes, ohne ihn jemals besucht zu haben. Der Sprecher wohnt seit zwanzig Jahren auf dem Platz St. Peters, hat es aber nie geschafft, die Kirche zu betreten. Diese Situation spiegelt die menschliche Neigung wider, wichtige Dinge aufzuschieben, obwohl sie direkt vor der Nase liegen. Die Zeilen verdeutlichen eine Mischung aus Resignation und Selbstironie. Die lange Zeitspanne von zwanzig Jahren unterstreicht die Absurdität der Situation und könnte als Kritik an der Trägheit oder Bequemlichkeit des Menschen verstanden werden. Gleichzeitig könnte das Gedicht auch eine tiefere Bedeutung haben, indem es die Idee vermittelt, dass manche Dinge im Leben nie erledigt werden, obwohl man sie sich vorgenommen hat. Die Kürze des Gedichts verstärkt seine Wirkung, da es den Leser zum Nachdenken über eigene unerfüllte Absichten anregt. Waiblinger nutzt die Situation, um eine universelle menschliche Erfahrung zu beschreiben: die Lücke zwischen Absicht und Handlung. Das Gedicht regt dazu an, über die Gründe für solche Untätigkeit nachzudenken und vielleicht den eigenen Lebensstil zu überdenken.

Schlüsselwörter

zwanzig jahre wohn platze peters kirche hinein kam

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Stilmittel

Hyperbel
Zwanzig Jahre wohn′ ich nun schon auf dem Platze St. Peters
Ironie
Doch in die Kirche hinein kam ich noch nicht