Robinson zeichnet in den Sand
1924Du Palme, leicht, daß dich die Winde wiegen Zärtlich in ihrem Atem! Strahlen biegen Des Lichtes deinen Stamm zur süßen Melodie Geschweifter Harfe. Seliger ward nie Noch eines Bogens Silber ausgespannt Am Blau des Himmels. Brennenderen Brand Warf Schönheit nie in die versengte Brust. Du Lichteste: Nicht schmerzlichere Lust Gab je die Frau. O, sieh die Hand, gebannt Von dir, in dich, die gleitend über Sand Das schmale Zeichen sucht, das dieser Welle Tödlicher Anmut, sterbend, sie geselle.
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Interpretation
Das Gedicht "Robinson zeichnet in den Sand" von Maria Luise Weissmann ist eine poetische Reflexion über Schönheit, Sehnsucht und die Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher richtet seinen Blick auf eine Palme, die sanft im Wind wiegt und sich im Licht zu einer süßen Melodie biegt. Die Palme wird als Symbol der Leichtigkeit und Schönheit dargestellt, deren Stamm sich wie der Bogen einer Harfe im Blau des Himmels spannt. Der zweite Teil des Gedichts lenkt den Fokus auf die Hand, die im Sand zeichnet. Diese Hand ist gebannt von der Schönheit der Palme und sucht nach einem schmalen Zeichen, das der sterbenden Welle, die der Palme ihre tödliche Anmut verleiht, Gesellschaft leisten soll. Die Zeichnung in den Sand symbolisiert den Versuch des Menschen, die vergängliche Schönheit der Natur festzuhalten und ihr einen Ausdruck zu verleihen. Die letzten Zeilen des Gedichts betonen die Intensität der Sehnsucht und der Lust, die die Schönheit der Palme auslöst. Der Sprecher vergleicht die Palme mit einer Frau, deren Schönheit noch nie so brennend und schmerzlich war. Die Zeichnung in den Sand wird somit zu einem Ausdruck der Sehnsucht nach der unerreichbaren Schönheit und der Vergänglichkeit des Lebens.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Nicht schmerzlichere Lust
- Metapher
- Das schmale Zeichen sucht
- Personifikation
- Das dieser Welle tödlicher Anmut, sterbend, sie geselle
- Vergleich
- Geschweifter Harfe