Robinson tanzt

Maria Luise Weissmann

1929

Heut aber grüß ich dich, o Gott, im Brand Des frühen Morgens, da ich mich befreit Aufschwang im Tanz wie eine Welt, verwandt Dir Gleichgewicht; da, ein vermorschtes Kleid, Hinsanken Trauer, Lust. Nichts war, das blieb Aus dem gebundnen Sein; wie fiel Gewicht Von Arm und Fuß: ein leerer Raum, so trieb Ich hin im Raum, ins Leere, es durchbricht Mich Luft, mich Licht, mich ungeheurer Glanz, In den ich barst, Gott; bin ich, bin ich nicht?!

Ich tanze dir den grenzenlosen Tanz.

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Illustration zu Robinson tanzt

Interpretation

Das Gedicht "Robinson tanzt" von Maria Luise Weissmann beschreibt einen Moment der spirituellen Erleuchtung und Befreiung durch den Tanz. Der Sprecher grüßt Gott im Feuer des frühen Morgens, als er sich im Tanz befreit und gleichgewichtig wie eine Welt bewegt. Die Trauer und Lust fallen von ihm ab wie ein morsches Kleid, und nichts bleibt aus dem gebundenen Sein. Gewicht fällt von Arm und Fuß, und er treibt im Raum, im Leeren. Luft, Licht und ein ungeheurer Glanz durchbrechen ihn, in den er zerspringt. Der Sprecher fragt sich, ob er noch existiert oder nicht, und tanzt Gott einen grenzenlosen Tanz. Das Gedicht verwendet starke Bilder und Metaphern, um den Zustand der spirituellen Erleuchtung zu beschreiben. Der Tanz wird als Befreiung aus dem gebundenen Sein dargestellt, wobei der Sprecher sich wie eine Welt bewegt und gleichgewichtig wird. Die Trauer und Lust fallen von ihm ab wie ein morsches Kleid, was auf eine Art spirituelle Reinigung oder Transformation hindeutet. Der Sprecher durchbricht das Leere und wird von Luft, Licht und einem ungeheuren Glanz durchdrungen, was auf eine Art spirituelle Erleuchtung oder Vereinigung mit dem Göttlichen hindeutet. Der letzte Satz des Gedichts, "Ich tanze dir den grenzenlosen Tanz", deutet darauf hin, dass der Sprecher seine spirituelle Erleuchtung durch den Tanz ausdrückt und Gott als Empfänger dieses Tanzes anspricht. Der Tanz wird als grenzenlos beschrieben, was auf eine Art spirituelle Freiheit oder Transzendenz hindeutet. Das Gedicht endet mit einer Frage, ob der Sprecher noch existiert oder nicht, was auf eine Art spirituelle Auflösung oder Verschmelzung mit dem Göttlichen hindeutet.

Schlüsselwörter

gott tanz raum heut grüß brand frühen morgens

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Stilmittel

Alliteration
Glanz, In den ich barst
Hyperbel
Ich tanze dir den grenzenlosen Tanz
Metapher
da ich mich befreit Aufschwang im Tanz wie eine Welt
Paradox
bin ich, bin ich nicht?!
Personifikation
da, ein vermorschtes Kleid, Hinsanken Trauer, Lust