Robinson hat einen Traum

Maria Luise Weissmann

1899

Was war der Traum? Ich kann mich nicht besinnen Und seh ihn rings: Er blüht von jedem Strauch, Die milde Kokosnuß verschließt ihn innen Im Duft der Milch, ihn weiß die Schlange auch, Die mich vorhin mit grünem Auge traf. Wie seltsam ist die alte Hütte neu! Ich fürchte mich vor dir, o fremder Schlaf, Du Gast von weither, mächtig und nicht treu: Du hast die Tat vollbracht, die ich nicht weiß, Als wärst du ich. Nun um den Schritt zieht Scheu Von Wissendem ringsum mir den verfehmten Kreis.

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Illustration zu Robinson hat einen Traum

Interpretation

Das Gedicht "Robinson hat einen Traum" von Maria Luise Weissmann handelt von einem Traum, der den Träumer umgibt und in der Natur manifest wird. Die Traumwelt ist voller Symbole und Bilder, die eine tiefere Bedeutung haben könnten, wie die Kokosnuss, die Schlange und die Hütte. Der Traum scheint den Träumer zu verwirren und zu beunruhigen, da er sich nicht mehr an seinen Inhalt erinnern kann, aber seine Auswirkungen deutlich spürt. Die Angst vor dem Schlaf als "mächtiger und nicht treuer Gast" deutet darauf hin, dass der Traum eine bedrohliche oder unheimliche Qualität hat. Der Schlaf wird als eine fremde Macht dargestellt, die etwas vollbracht hat, was der Träumer nicht kennt oder nicht bewusst erlebt hat. Dies könnte auf eine Art von Verlust der Kontrolle oder Autonomie hindeuten, da der Schlaf den Träumer in eine andere Sphäre versetzt, in der er nicht mehr Herr seiner selbst ist. Der letzte Vers beschreibt eine Art von sozialer oder moralischer Ächtung, die der Träumer durch seinen Traum erfährt. Der "verfehmte Kreis" um den Träumer herum könnte die Reaktionen der anderen auf das, was im Traum geschehen ist, symbolisieren. Es könnte sich um eine Art von Schuld oder Scham handeln, die der Träumer empfindet, ohne genau zu wissen, warum. Der Traum hat somit eine transformative Wirkung auf den Träumer, die weit über das Erlebnis im Schlaf hinausgeht und seine Beziehung zur Umwelt verändert.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Robinson hat einen Traum

Stilmittel

Anapher
Du hast die Tat vollbracht, die ich nicht weiß,
Bildsprache
Was war der Traum? Ich kann mich nicht besinnen Und seh ihn rings: Er blüht von jedem Strauch,
Enjambement
Was war der Traum? Ich kann mich nicht besinnen Und seh ihn rings: Er blüht von jedem Strauch,
Hyperbel
Du Gast von weither, mächtig und nicht treu:
Metapher
Du hast die Tat vollbracht, die ich nicht weiß, Als wärst du ich.
Personifikation
Die milde Kokosnuß verschließt ihn innen Im Duft der Milch, ihn weiß die Schlange auch,
Symbolik
Wie seltsam ist die alte Hütte neu!
Wiederholung
Ich fürchte mich vor dir, o fremder Schlaf,