Robinson findet Spuren der Kannibalen
1929O Insel: faß ich dich zum ersten Mal?! Eiland mit Fluß, mit Bergen, einem Tal Und Wasser ringsum, Wasser ringsumher. Mein Schritt versinkt, mein armer Schritt wird schwer, Mein Schritt bricht noch durch Grund in lauter Wasser ein. Wie pries ich Land: die Steppe, Wüstenein! Ich lief und liefe. Daß die Horizonte Sich türmten hinter mir. Ich lief durch Monde, Durch Jahre lief ich so… Hier steh ich, Stein. Wem eine Insel wurde, da zu sein, Der wird nicht weit vor dem Entsetzen weichen, Es wird zuletzt ihn irgendwo erreichen Im schmalen Rund: Er muß benachbart stehn Jedweder Tat. Ihr nahes Antlitz sehn.
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Interpretation
Das Gedicht "Robinson findet Spuren der Kannibalen" von Maria Luise Weissmann handelt von der Entdeckung einer Insel durch Robinson Crusoe. Der Sprecher ist überrascht und verwirrt, als er die Insel zum ersten Mal erblickt. Er beschreibt die Insel als einen Ort mit Flüssen, Bergen, einem Tal und Wasser ringsum. Der Sprecher hat Schwierigkeiten, auf dem Land zu gehen, da sein Schritt im Wasser versinkt. Er erinnert sich an seine lange Reise durch Steppe und Wüste und wie er über Monate und Jahre gelaufen ist, bis er schließlich an diesem Ort ankam. Der Sprecher erkennt, dass er als Insel für andere da sein muss und dass er sich nicht vor dem Entsetzen zurückziehen kann. Er akzeptiert, dass er schließlich von der Angst erreicht werden wird, aber er muss auch in der Nähe jeder Tat stehen und ihr nahes Antlitz sehen. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre der Isolation und der Konfrontation mit der eigenen Verletzlichkeit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- O Insel: faß ich dich zum ersten Mal?!
- Bild
- Im schmalen Rund: Er muß benachbart stehn
- Hyperbel
- Ich lief durch Monde, Durch Jahre lief ich so...
- Metapher
- Ihr nahes Antlitz sehn
- Personifikation
- Mein Schritt versinkt, mein armer Schritt wird schwer