Robinson findet sich am Strand der Insel

Maria Luise Weissmann

1932

Und dies war alles, was er fand, erwacht: Es lag ein Leib, voll Schmerz, an einem Strand. Hin floß ein Meer in hyazinthne Nacht, Aufbrach in Blau ein unergründlich Land. Der Wind lief schnell, die spitzen Möwen stießen Auf Beute rings, und heisre Affen schrien. Die roten riesenhaften Falter ließen Klirrende Flügel streifen über ihn, Er lag, ein Leib voll Schmerz, gehüllt in Feuer, Er hob die Hand in Liebe über sich - Getös der Welt ringsum scholl ungeheuer - Er sagte streng, begrenzend, wissend: ICH.

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Illustration zu Robinson findet sich am Strand der Insel

Interpretation

Das Gedicht "Robinson findet sich am Strand der Insel" von Maria Luise Weissmann beschreibt die einsame und schmerzvolle Erweckung eines Mannes an einem fremden Strand. Die Atmosphäre ist geprägt von Dunkelheit und Unergründlichkeit, symbolisiert durch das "hyazinthne Nacht" und das "unergründlich Land". Die Natur um ihn herum ist lebendig und bedrohlich, mit schnell laufendem Wind, Möwen auf Beutefang und schreienden Affen. Rote, riesenhafte Falter streifen mit klirrenden Flügeln über ihn, während er in Schmerz und Feuer gehüllt liegt. Die Einsamkeit und Verletzlichkeit des Protagonisten wird durch die Beschreibung seines Körpers als "Leib voll Schmerz" betont. Trotz der bedrohlichen Umgebung und des überwältigenden "Getös der Welt" erhebt er seine Hand in Liebe und spricht das bestimmende Wort "ICH". Dieses "ICH" symbolisiert seine Selbstbehauptung, seinen Willen zur Identität und seine Fähigkeit, sich in der Fremde und Isolation zu behaupten. Es ist ein Akt der Selbstermächtigung und der Grenzziehung gegenüber der umgebenden Naturgewalt. Das Gedicht thematisiert die existenzielle Erfahrung der Isolation und die Suche nach der eigenen Identität in einer fremden und feindlichen Umgebung. Robinsons Erwachen am Strand wird zu einer Metapher für die menschliche Existenz, die sich in einer oft unergründlichen und bedrohlichen Welt behaupten muss. Das "ICH" am Ende des Gedichts ist ein kraftvolles Statement der Selbstbestimmung und der Fähigkeit des Menschen, sich selbst zu definieren, selbst in den extremsten Situationen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Auf Beute rings, und heisre Affen schrien
Bildsprache
Er lag, ein Leib voll Schmerz, gehüllt in Feuer
Hyperbel
Die roten riesenhaften Falter ließen
Kontrast
Getös der Welt ringsum scholl ungeheuer - Er sagte streng, begrenzend, wissend: ICH
Metapher
Es lag ein Leib, voll Schmerz, an einem Strand
Personifikation
Hin floß ein Meer in hyazinthne Nacht
Symbolik
Er hob die Hand in Liebe über sich