Rippurr
unknownLiebes Kirchlein an der Straßen, Wer dich einsam hier erbaut, Hat in Sehnsucht ohne Maßen, Hat, wie ich, hinausgeschaut
Nach den Bergen, nach dem düstern Schauerlichen Waldesgrün, Wo die hohen Bäume flüstern, Wo die tiefen Schatten ziehn:
In die Fernen, in die Weiten, In ein unbekanntes Land, Wo die Nebelgeister schreiten Auf der alten Berge Rand.
Kommst so fröhlich hergezogen, Bächlein, lieber Felsensohn, Rinnet langsam fort, ihr Wogen, Rauschet wie mit leiserm Ton,
Denn der alte Riese breitet Seine Arme mächtig aus, Und ihr eilet, und ihr gleitet, Um zu sterben, in sein Haus.
Schaust auch du herab vom Hügel Grauer, hoher Rittersmann? Thurm, wer löst das Geistersiegel, Wer den tausendjähr′gen Bann?
Kirchlein, aus der Lieben Mitte, Ohne Rast und ohne Ruh Lenken täglich meine Schritte Durch die Stoppeln dir sich zu.
Kirchlein, einsam an der Straßen, Wer dich hier einst aufgebaut, Liebend hat er ohne Maßen Zu den Bergen aufgeschaut.
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Interpretation
Das Gedicht "Rippurr" von Max von Schenkendorf handelt von einem einsamen Kirchlein an der Straße, das von einer unbekannten Person in Sehnsucht nach den Bergen erbaut wurde. Der Sprecher des Gedichts fühlt eine tiefe Verbundenheit mit dem Erbauer, da auch er in die Ferne und in ein unbekanntes Land blickt, wo Nebelgeister auf den Bergen wandeln. Das Gedicht beschreibt die Umgebung des Kirchleins, einschließlich eines Baches, der fröhlich hervorgekommen ist, aber von einem alten Riesen verschlungen wird. Es wird auch nach einem grauen Rittersmann gefragt, der vom Hügel herabblickt, und nach dem Geistersiegel und dem tausendjährigen Bann, der den Turm umgibt. Der Sprecher des Gedichts besucht das Kirchlein täglich und wird von der Liebe in seinem Herzen dorthin gezogen. Das Kirchlein ist ein Symbol für die Sehnsucht des Erbauers und des Sprechers nach den Bergen und der Ferne. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass der Erbauer des Kirchleins die Berge ebenso liebevoll betrachtet hat wie der Sprecher.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Kirchlein, aus der Lieben Mitte, Ohne Rast und ohne Ruh
- Apostrophe
- Liebes Kirchlein an der Straßen
- Binnenzwang
- Thurm, wer löst das Geistersiegel, Wer den tausendjährigen Bann?
- Chiasmus
- Liebend hat er ohne Maßen Zu den Bergen aufgeschaut
- Metapher
- Denn der alte Riese breitet Seine Arme mächtig aus
- Personifikation
- Wo die hohen Bäume flüstern, Wo die tiefen Schatten ziehn