Ridiculus mus

Robert Eduard Prutz

1816

O Mäusebach, o Mäusebach, dir laufen schon die Läuse nach! Lebend’gen Leibes bist du tot, behüte dich der liebe Gott - Ach, ach, Mäusebach!

O Mäusebach, o Mäusebach, zähl selber deine Läuse nach! Es hat der Walfisch seine Laus, du aber bist ’ne nasse Maus - Ach, ach, Mäusebach!

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Interpretation

Das Gedicht "Ridiculus mus" von Robert Eduard Prutz beschreibt in drei Strophen das Schicksal einer Figur namens Mäusebach. In der ersten Strophe wird Mäusebach als bereits von Läusen geplagt dargestellt, was metaphorisch für eine bereits bestehende Notlage stehen könnte. Die Wiederholung seines Namens und die Ausrufe "Ach, ach" unterstreichen eine resignierende Trauer oder Verzweiflung über seinen Zustand. Die zweite Strophe setzt das Thema der Läuse fort, indem Mäusebach aufgefordert wird, seine Läuse selbst zu zählen. Der Vergleich mit dem Walfisch, der ebenfalls eine Laus hat, relativiert Mäuseschmerz und deutet an, dass jeder sein eigenes Leid hat. Die Beschreibung von Mäusebach als "nasse Maus" könnte auf seine Verletzlichkeit oder seinen unglücklichen Zustand hinweisen. Insgesamt vermittelt das Gedicht durch den spielerischen Umgang mit dem Thema Läuse und die Wiederholungen einen humorvollen, aber auch nachdenklichen Ton. Es könnte als eine satirische Auseinandersetzung mit menschlichen Schwächen und Leiden interpretiert werden, wobei die übertriebene Darstellung der Plage durch Läuse als Metapher für größere, existenzielle Nöte dient.

Schlüsselwörter

mäusebach läuse laufen lebend gen leibes tot behüte

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Stilmittel

Alliteration
behüte dich der liebe Gott
Anapher
O Mäusebach, o Mäusebach
Kontrast
Es hat der Walfisch seine Laus, du aber bist 'ne nasse Maus
Metapher
Lebend'gen Leibes bist du tot
Personifikation
dir laufen schon die Läuse nach
Vergleich
du aber bist 'ne nasse Maus