Rheinfahrt
1839Wimpel grüßen , Böller krachen , lustig schwimmen wir im Rhein , tiefe Boote , leichte Nachen wollen uns Geleite sein .
Wohl , nun geht es rauschend weiter , lachend Bild , wohin wir sehn , die Gestade grün und heiter und dahinter Rebenhöhn .
Städte mit denalten Zinnen laden gastlich uns herzu , Burgen , die verlassen sinnen, ragen einsam tief in Ruh .
Überall in trauter Nähe winkt ein ander Bild herbei , Eh ich alles übersehe , ist es wie ein Traum vorbei .
Der Gebirge Kranz entschwindet , flacher Ufer Saum allein mit den Aun zu Tal sich windet , breit und einsam fließt der Rhein .
Wie er auch sich weiter krümmet, Unverändert bleibt sein Zug , wohl , auch diese Ruhe stimmet mir die Seele ernst genug .
Düstrer wird′s am Binsenstrande , hohl und grün die Wogen ziehn , fern ein Regenstrich im Lande malt sich an den Wolken hin
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Interpretation
Das Gedicht "Rheinfahrt" von Martin Greif beschreibt eine Reise auf dem Rhein, die von fröhlicher Stimmung und malerischen Landschaften geprägt ist. Zu Beginn herrscht eine ausgelassene Atmosphäre, geprägt von grüßenden Fahnen, knallenden Böllern und dem sanften Gleiten der Boote auf dem Fluss. Die Ufer sind grün und heiter, im Hintergrund erheben sich Rebenhänge, während Städte mit alten Zinnen und einsame Burgen einen historischen und romantischen Rahmen bieten. Die Eindrücke wechseln ständig, und die Schönheit der Landschaft wirkt fast wie ein flüchtiger Traum. Im weiteren Verlauf der Fahrt verändert sich die Stimmung. Die Gebirgsketten entschwinden, der Fluss fließt breiter und einsamer dahin. Trotz dieser Veränderung bleibt der Flusszug unverändert, was eine gewisse Ruhe und Beständigkeit ausstrahlt. Diese Stille wirkt jedoch nicht mehr so heiter wie zu Beginn, sondern stimmt den Reisenden ernst. Die Landschaft wird düsterer, die Wellen hohl und grün, und am Horizont zeichnet sich ein Regenschleier ab. Der Übergang von der lebhaften zu der ruhigeren und ernsteren Stimmung spiegelt die Vergänglichkeit und den Wandel der Natur wider.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- wollen uns Geleite sein
- Bildsprache
- wohin wir sehn
- Enjambement
- wohin wir sehn, / die Gestade grün und heiter
- Hyperbel
- wie er auch sich weiter krümmet
- Kontrast
- düstrer wird's am Binsenstrande, hohl und grün die Wogen ziehn
- Metapher
- wie ein Traum vorbei
- Personifikation
- Burgen, die verlassen sinnen
- Vergleich
- wie ein Traum
- Wiederholung
- Wohl