Reue

Ludwig Tieck

1773

Könnten Thränen dich versöhnen, Möchte Reue dich vermögen: Daß sie zu mir niederzögen Alles Glück, die vor′gen Gaben, Nimmer wollt′ ich sie verhöhnen.

Aber nie wird Kühlung laben Den, der seine Bäume fällt; Ihm erstirbt das grüne Zelt: Wer sein Haus sich selbst verwüstet, Nie kann der sich wohl gehaben.

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Interpretation

Das Gedicht "Reue" von Ludwig Tieck handelt von der Möglichkeit der Versöhnung durch Tränen und Reue, die jedoch vergeblich bleibt. Der Sprecher wünscht sich, dass der Schmerz und die Reue des anderen ihn wieder mit allem Glück und den früheren Gaben versöhnen könnten. Doch diese Versöhnung wird nie eintreten, da der andere bereits sein eigenes Glück zerstört hat. Der zweite Teil des Gedichts verwendet eine Metapher, um die Konsequenzen des eigenen Handelns zu verdeutlichen. Wer seine eigenen Bäume fällt, dem wird nie eine Kühlung Trost spenden können. Das grüne Zelt, das einst Schutz und Geborgenheit bot, stirbt ab. Wer sein eigenes Haus verwüstet, wird nie wieder Zufriedenheit finden können. Dies verdeutlicht die Endgültigkeit und Tragik der selbstverschuldeten Zerstörung.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Könnten Thränen dich versöhnen, Möchte Reue dich vermögen: Daß sie zu mir niederzögen
Bildlichkeit
Könnten Thränen dich versöhnen, Möchte Reue dich vermögen: Daß sie zu mir niederzögen Alles Glück, die vor′gen Gaben, nimmer wollt′ ich sie verhöhnen. Aber nie wird Kühlung laben Den, der seine Bäume fällt; Ihm erstirbt das grüne Zelt: Wer sein Haus sich selbst verwüstet, Nie kann der sich wohl gehaben.
Kontrast
Könnten Thränen dich versöhnen, Möchte Reue dich vermögen: Daß sie zu mir niederzögen Alles Glück, die vor′gen Gaben, nimmer wollt′ ich sie verhöhnen. Aber nie wird Kühlung laben
Metapher
Wer sein Haus sich selbst verwüstet