Reiz des Lebens

Hanns von Gumppenberg

1866

Immer hab’ ich es geliebt, Daß es Leute, die lebendig, Solche, die nur öd-verständig, Solche, die schon halb elendig, Und auch ganze Narren gibt!

Was auch hätten wir zu tun, Und was könnt’ uns amüsieren, Schwankten wir nicht zwischen Tieren Und den göttlichsten Manieren? Alles Leben müßte ruhn.

Blas, du Erdenwirbelwind, Uns das Dasein scharf zu beizen! Wollen uns nicht gegenspreizen - Und besonders soll’s uns reizen, Wenn wir selbst die Narren sind!

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Illustration zu Reiz des Lebens

Interpretation

Das Gedicht "Reiz des Lebens" von Hanns von Gumppenberg feiert die Vielfalt der menschlichen Existenz und die unterschiedlichen Charaktere, die das Leben ausmachen. Der Sprecher liebt es, dass es Menschen gibt, die lebendig sind, solche, die nur öde-verständig sind, solche, die schon halb elendig sind, und auch ganze Narren. Diese Vielfalt ist es, die das Leben interessant und lebenswert macht. Das Gedicht betont, dass es gerade die Unterschiede zwischen den Menschen sind, die für Unterhaltung und Beschäftigung sorgen. Ohne diese Vielfalt, ohne das Schwanken zwischen tierischen Instinkten und göttlichen Manieren, würde das Leben stillstehen und langweilig werden. Der Wind, der das Dasein scharf befeuert, symbolisiert die Kräfte, die das Leben in Bewegung halten und die Menschen dazu bringen, sich gegenseitig zu überbieten. Am Ende des Gedichts wird deutlich, dass der Sprecher selbst am liebsten zu den Narren gehört. Der Reiz des Lebens liegt für ihn darin, sich selbst als Narr zu erleben und die Vielfalt der menschlichen Existenz zu feiern. Das Gedicht ist eine Hommage an die Einzigartigkeit jedes Einzelnen und die Schönheit der Unterschiede, die das Leben so interessant und lebenswert machen.

Schlüsselwörter

solche narren hab geliebt leute lebendig verständig halb

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Stilmittel

Alliteration
Daß es Leute, die lebendig
Hyperbel
Und auch ganze Narren gibt!
Kontrast
Solche, die nur öd-verständig, Solche, die schon halb elendig
Metapher
Blas, du Erdenwirbelwind
Parallelismus
Immer hab' ich es geliebt, Daß es Leute, die lebendig, Solche, die nur öd-verständig, Solche, die schon halb elendig, Und auch ganze Narren gibt!
Personifikation
Blas, du Erdenwirbelwind, Uns das Dasein scharf zu beizen
Rhetorische Frage
Was auch hätten wir zu tun, Und was könnt' uns amüsieren