Reiselied

Hanns von Gumppenberg

unbekannt

Ich liebe sie alle, die reisen Zu Wagen, zu Rad und zu Bein, Denn die Freien und richtigen Weisen Müssen stets auf der Wanderschaft sein.

Im würdigen Hocken und Kleben Erlügt sich wohl mancher ein Ziel: Doch den wahren Blick in das Leben Tut nur, wer immer mobil!

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Illustration zu Reiselied

Interpretation

Das Gedicht "Reiselied" von Hanns von Gumppenberg ist ein Loblied auf die Reiselust und die Freiheit, die mit ständiger Bewegung einhergeht. Der Sprecher preist diejenigen, die auf verschiedene Weisen reisen – ob mit Wagen, Rad oder zu Fuß – und betont, dass wahre Weise stets auf der Wanderschaft sein müssen. Dies deutet darauf hin, dass Weisheit und Erkenntnis durch das Erleben und Erkunden der Welt erlangt werden. Der zweite Teil des Gedichts kontrastiert die reisenden Weisen mit denen, die sich "würdig hocken und kleben", also in einem Zustand der Stagnation verharren. Der Sprecher kritisiert diese Menschen dafür, dass sie sich in ihrer Bequemlichkeit ein Ziel "erlügen", was darauf hindeutet, dass sie sich selbst etwas vormachen oder Illusionen erliegen. Im Gegensatz dazu wird betont, dass nur derjenige, der "immer mobil" ist, den "wahren Blick in das Leben" erlangen kann. Dies unterstreicht die Idee, dass wahre Einsicht und Verständnis nur durch ständige Bewegung und das Erleben verschiedener Lebenssituationen möglich sind. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine klare Botschaft: Der Sprecher hält die ständige Bewegung und das Reisen für unerlässlich, um Weisheit und ein tiefes Verständnis des Lebens zu erlangen. Diejenigen, die sich in der Bequemlichkeit einrichten und sich nicht bewegen, werden als eingeschränkt und selbsttäuschend dargestellt. Das Gedicht feiert die Freiheit und das Streben nach Erkenntnis, die mit dem Reisen einhergehen, und ermutigt den Leser, sich auf den Weg zu machen und die Welt zu erkunden.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Zu Wagen, zu Rad und zu Bein
Kontrast
Doch den wahren Blick in das Leben
Metapher
Im würdigen Hocken und Kleben
Parallelismus
Denn die Freien und richtigen Weisen
Reimschema
A, A, B, B