Reiselied

Joseph von Eichendorff

1857

So ruhig geh’ ich meinen Pfad, So still ist mir zu Mut; Es dünkt mir jeder Weg gerad' Und jedes Wetter gut.

Wohin mein Weg mich führen mag, Der Himmel ist mein Dach, Die Sonne kommt mit jedem Tag, Die Sterne halten Wach.

Und komm’ ich spät und komm’ ich früh Ans Ziel, das mir gestellt: Verlieren kann ich mich doch nie, O Gott, aus Deiner Welt!

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Interpretation

Das Gedicht "Reiselied" von Joseph von Eichendorff handelt von einer Person, die eine Reise antritt. Die Stimmung ist ruhig und gelassen, der Reisende ist zufrieden und optimistisch. Jeder Weg erscheint ihm gerade und jedes Wetter gut. Der Reisende ist sich bewusst, dass er nicht weiß, wohin ihn sein Weg führen wird. Doch er vertraut darauf, dass der Himmel sein Dach und die Sonne sowie die Sterne seine Begleiter sein werden. Er fühlt sich beschützt und geborgen, egal zu welcher Zeit er sein Ziel erreicht. Der letzte Vers des Gedichts drückt die tiefe Verbundenheit des Reisenden mit Gott und der Welt aus. Er ist sich sicher, dass er sich niemals verlieren wird, da er immer ein Teil von Gottes Schöpfung bleiben wird. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Zuversicht und des Vertrauens in das Leben und die Natur.

Schlüsselwörter

weg komm ruhig geh pfad still mut dünkt

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Stilmittel

Anapher
Und komm' ich spät und komm' ich früh
Hyperbel
Verlieren kann ich mich doch nie, / O Gott, aus Deiner Welt!
Metapher
Der Himmel ist mein Dach
Parallelismus
So ruhig geh' ich meinen Pfad, / So still ist mir zu Mut;
Personifikation
Die Sonne kommt mit jedem Tag, / Die Sterne halten Wach.