Reinheit

Ferdinand Ludwig Adam von Saar

unknown

Schelte man doch nicht den Dichter, Wenn auch er zuweilen sinkt, Und wie anderes Gelichter Aus des Lebens Pfütze trinkt.

Reiner nur in Gegensätzen, Heller tönt empor sein Lied; Nimmer weiß das Licht zu schätzen, Wer das Dunkel stets vermied.

Wie ihn auch sein Wipfel kröne, Wurzelt doch in Nacht der Stamm- Und der Lilie keusche Schöne Blühet aus des Teiches Schlamm!

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Illustration zu Reinheit

Interpretation

Das Gedicht "Reinheit" von Ferdinand Ludwig Adam von Saar beschäftigt sich mit der Idee, dass wahre Reinheit und Schönheit oft aus Gegensätzen und Widrigkeiten entstehen. Der Dichter fordert dazu auf, nicht zu streng über einen Dichter zu urteilen, der sich mit den dunkleren Aspekten des Lebens auseinandersetzt. Er argumentiert, dass ein solcher Umgang mit der "Pfütze des Lebens" die Fähigkeit des Dichters stärkt, reine und helle Lieder zu schaffen. Der zweite Teil des Gedichts verdeutlicht diesen Gedanken durch Metaphern. Der Dichter vergleicht den Dichter mit einem Baum, dessen Wurzeln in der Dunkelheit verankert sind, während sein Wipfel in die Höhe strebt. Ähnlich wie die Lilie, die aus dem Schlamm des Teiches wächst und trotzdem eine keusche Schönheit entfaltet, entsteht die wahre Reinheit des Dichters aus dem Kontrast zu den dunkleren Erfahrungen des Lebens. Die Botschaft ist, dass man das Licht nur dann wirklich schätzen kann, wenn man auch das Dunkel kennt.

Schlüsselwörter

schelte dichter zuweilen sinkt anderes gelichter lebens pfütze

Wortwolke

Wortwolke zu Reinheit

Stilmittel

Bildlichkeit
Wie ihn auch sein Wipfel kröne, Wurzelt doch in Nacht der Stamm
Kontrast
Reiner nur in Gegensätzen
Metapher
Aus des Lebens Pfütze trinkt
Personifikation
Wer das Dunkel stets vermied
Symbolik
Und der Lilie keusche Schöne Blühet aus des Teiches Schlamm