Regentag
1853Der Regen fällt. In den Tropfentanz Starr ich hinaus, versunken ganz In allerlei trübe Gedanken. Mir ist, Als hätt′ es geregnet zu jeder Frist, Und alles, so lange ich denken kann, Trüb, grau und nass in einander rann, Als hätte es nie eine Sonne gegeben, Als wäre nur immer das ganze Leben, Die Jahre, die Tage, die Stunden all, Ein trüber, hastiger Tropfenfall.
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Interpretation
Das Gedicht "Regentag" von Gustav Falke beschreibt die Stimmung an einem regnerischen Tag und wie dieser die Gedanken des lyrischen Ichs beeinflusst. Der Regen fällt in einem "Tropfentanz" und das lyrische Ich starrt hinaus, versunken in trübe Gedanken. Die Regentropfen symbolisieren die Melancholie und die Tristesse, die das lyrische Ich empfindet. Das Gedicht vermittelt eine pessimistische Weltsicht, in der das Leben als ein "trüber, hastiger Tropfenfall" erscheint. Das lyrische Ich hat das Gefühl, dass es schon immer geregnet hat und dass es nie eine Sonne gegeben hat. Diese Metapher steht für die Hoffnungslosigkeit und die Unfähigkeit, positive Aspekte im Leben zu erkennen. Die Jahre, Tage und Stunden laufen ineinander über und erscheinen als ein einziger, unaufhaltsamer Strom der Tristesse. Die Sprache des Gedichts ist einfach und bildhaft. Die Wiederholung des Wortes "trüb" unterstreicht die düstere Stimmung. Die Metapher des "Tropfentanzes" verleiht dem Regen eine fast bedrohliche Qualität. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit und der Unfähigkeit, dem tristen Alltag zu entfliehen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Trüber, hastiger Tropfenfall
- Bildlichkeit
- Trüb, grau und nass in einander rann
- Hyperbel
- Als hätt′ es geregnet zu jeder Frist
- Metapher
- Trüber, hastiger Tropfenfall
- Personifikation
- Der Regen fällt
- Tropfentanz
- Der Regen fällt. In den Tropfentanz
- Vergleich
- Als wäre nur immer das ganze Leben