Regen

Kurt Schwitters

1944

Regen tönen Tropfen triefen Triefen Pfützen Bäche Brunnen Spritzen Wasser sprengen Fluten Klatschen feuchten Wirbel fallen Wirbel Wasser Wolken Häuser Fallen Bäume fallen Brücken Wirbel Wasser Wolken Massen Baden Erde fallen Tropfen Regen Regen Tropfen Tropfen Regen Regen Tropfen tropft Tropfen auf Tropfen zu Tropfen Silber mit silbernem Klopfen zu Klopfen Spiegel des Wassers zerbrechen zu Tropfen Kreise durch Kreise zerkreisen zu Tropfen Blätter durch Kreise zerkreisen zu Tropfen Blätter erzittern erwarten die Tropfen Licht zu erglänzen durch klopfende Tropfen

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Illustration zu Regen

Interpretation

Das Gedicht "Regen" von Kurt Schwitters ist ein Klanggedicht, das die akustische Erfahrung eines Regenschauers einfängt. Durch die Wiederholung und Aneinanderreihung von onomatopoetischen Wörtern wie "tönen", "tropfen", "spritzen" und "klatschen" wird eine dichte Klangatmosphäre geschaffen, die den Zuhörer unmittelbar in die Szenerie versetzt. Die rhythmische Struktur und die Klangwiederholungen verstärken den Eindruck eines andauernden, prasselnden Regens. Schwitters verwendet eine reduzierte, fast mantraartige Sprache, die den Fokus auf die Klanglichkeit und die akustische Wirkung legt. Die Wörter werden nicht nur inhaltlich, sondern auch als Klangkörper wahrgenommen. Durch die Aneinanderreihung von Substantiven und Verben entsteht ein fließender, fast musikalischer Text, der den kontinuierlichen Ablauf des Regens nachzeichnet. Die Wiederholung von "Regen" und "Tropfen" am Ende des Gedichts verstärkt den Eindruck eines unaufhörlichen, zyklischen Prozesses. Die letzte Strophe führt eine visuelle Komponente ein, die das akustische Erlebnis erweitert. Die "Spiegel des Wassers", die "zu Tropfen zerbrechen", und die "Klopfen" des Regens auf Blätter und Erde schaffen ein Bild von der physischen Wirkung des Regens. Das "Licht zu erglänzen durch klopfende Tropfen" deutet auf einen Moment der Klarheit oder Erleuchtung hin, der durch den Regen ermöglicht wird. Insgesamt ist das Gedicht eine sinnliche Erfahrung, die sowohl die akustische als auch die visuelle Dimension des Regens einfängt.

Schlüsselwörter

tropfen regen fallen wasser wirbel kreise triefen wolken

Wortwolke

Wortwolke zu Regen

Stilmittel

Alliteration
Regen tönen Tropfen triefen
Anapher
Regen tönen Tropfen triefen Triefen Pfützen Bäche Brunnen Spritzen Wasser sprengen Fluten Klatschen feuchten Wirbel fallen Wirbel Wasser Wolken Häuser Fallen Bäume fallen Brücken Wirbel Wasser Wolken Massen Baden Erde fallen Tropfen Regen Regen Tropfen Tropfen Regen Regen Tropfen
Enjambement
Regen tönen Tropfen triefen Triefen Pfützen Bäche Brunnen
Metapher
Silber mit silbernem Klopfen zu Klopfen
Personifikation
Blätter erzittern erwarten die Tropfen
Wiederholung
Regen Regen Tropfen Tropfen Regen Regen Tropfen