Rastlose Liebe
1776Dem Schnee, dem Regen, Dem Wind entgegen, Im Dampf der Klüfte, Durch Nebeldüfte, Immer zu! Immer! Ohne Rast und Ruh!
Lieber durch Leiden Möcht′ ich mich schlagen, Als so viel Freuden Des Lebens ertragen Alle das Neigen Von Herzens zu Herzen, Ach wie so eigen Schaffet das Schmerzen!
Wie soll ich fliehen? Wälderwärts ziehen? Alles vergebens! Krone des Lebens, Glück ohne Ruh, Liebe, bist du!
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Interpretation
Das Gedicht "Rastlose Liebe" von Johann Wolfgang von Goethe beschreibt eine unersättliche und unruhige Liebe, die sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzt. Die erste Strophe vermittelt einen Eindruck von ständiger Bewegung und Entschlossenheit, wobei der Sprecher sich durch Schnee, Regen und Wind kämpft, ohne Ruhe oder Pause zu finden. Die Wiederholung von "Immer zu! Immer!" unterstreicht die unaufhaltsame Natur dieser Liebe, die sich durch alle Hindernisse hindurchbewegt. In der zweiten Strophe wird deutlich, dass der Sprecher lieber durch Leiden geht, als die Freuden des Lebens zu ertragen. Die Liebe wird als etwas beschrieben, das tiefes Leid verursacht, aber dennoch unwiderstehlich ist. Der Sprecher sehnt sich danach, sein Herz mit dem eines anderen zu verbinden, obwohl er weiß, dass dies zu Schmerz führen wird. Die Liebe wird als eine Kraft dargestellt, die den Sprecher dazu bringt, sich selbst zu opfern und durch Schwierigkeiten zu kämpfen. Die letzte Strophe zeigt die Verzweiflung des Sprechers, der versucht, dieser unruhigen Liebe zu entfliehen. Er überlegt, in den Wald zu ziehen, aber erkennt, dass dies alles vergeblich ist. Die Liebe wird als "Krone des Lebens" und "Glück ohne Ruh" beschrieben, was ihre überwältigende und unentrinnbare Natur unterstreicht. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass die Liebe, trotz all ihres Leids, die höchste Form des Glücks ist und nicht vermieden werden kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Dampf der Klüfte
- Anapher
- Immer zu! Immer!
- Frage
- Wie soll ich fliehen? / Wälderwärts ziehen?
- Hyperbel
- Ohne Rast und Ruh
- Kontrast
- Lieber durch Leiden / Möcht′ ich mich schlagen, / Als so viel Freuden / Des Lebens ertragen
- Metapher
- Krone des Lebens
- Parallelismus
- Dem Schnee, dem Regen, / Dem Wind entgegen
- Personifikation
- Krone des Lebens