Rastlos
1819Wie voll Hast Alles rennt. Für die Rast Kein Moment. Glücklos fühlt sich wer ein Glück in seiner Macht hat.
Unverweilt Sonnenfern Wieder eilt Unser Stern Wann zur Nähe seinen Zirkel er vollbracht hat.
Wie so bald, Kühler Herbst, Du den Wald Gelb entfärbst Der kaum fertig seine sommergrüne Tracht hat!
Schließe zu, Deinen Schooß, Knospe du. Blätterlos Bist du bälder als dein Kelch sich aufgemacht hat.
Spiele, Kind; Denn der Ernst Kommt geschwind Und du lernst Finster falten das Gesicht, das kaum gelacht hat.
Und so zeigt Diese Welt Nur was steigt Oder fällt Und in Schlaf sinkt wann es kaum scholl voll gewacht hat.
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Interpretation
Das Gedicht "Rastlos" von Wilhelm Jordan beschreibt die unaufhaltsame Eile und Vergänglichkeit des Lebens. Alles befindet sich in ständiger Bewegung, ohne Zeit für Ruhe oder Entspannung. Das Glück scheint unerreichbar, da es sich immer wieder entzieht, sobald man es zu fassen glaubt. Der zweite Teil des Gedichts verdeutlicht die Vergänglichkeit der Natur. Die Sonne eilt unaufhaltsam ihrem Zyklus entgegen, der Herbst färbt den Wald gelb, bevor er seine sommerliche Pracht voll entfalten konnte. Die Knospe schließt sich, bevor sie sich überhaupt öffnen konnte. Diese Bilder verdeutlichen, wie schnell die Zeit vergeht und wie vergänglich Schönheit und Jugend sind. Im letzten Teil des Gedichts richtet sich der Blick auf das menschliche Leben. Das Kind wird aufgefordert zu spielen, solange es noch jung ist, denn der Ernst des Lebens kommt schnell. Die Welt zeigt nur Aufstiege und Abstürze, und der Schlaf übermannt uns, bevor wir richtig erwacht sind. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und regt zum Nachdenken über die Vergänglichkeit und die Eile des Lebens an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wie voll Hast Alles rennt. Für die Rast Kein Moment.
- Anapher
- Unverweilt Sonnenfern Wieder eilt Unser Stern
- Bildsprache
- Und du lernst Finster falten das Gesicht, das kaum gelacht hat.
- Kontrast
- Wie so bald, Kühler Herbst, Du den Wald Gelb entfärbst
- Metapher
- Glücklos fühlt sich wer ein Glück in seiner Macht hat.
- Parallelismus
- Und so zeigt Diese Welt Nur was steigt Oder fällt Und in Schlaf sinkt wann es kaum scholl voll gewacht hat.
- Personifikation
- Sonnenfern Wieder eilt Unser Stern
- Rhythmus
- Spiele, Kind; Denn der Ernst Kommt geschwind Und du lernst Finster falten das Gesicht, das kaum gelacht hat.