Raphael

Peter Hille

1904

O komm leise, leise komm, Laß das Licht und sieh, wie fromm Da liegt es, Atem steigt Als Gebet noch, Lippe schweigt Schläft in lieber Heimlichkeit. Hin nun weiht Dir sich hin sein ganzes Leben. Du hörst die fromme Seele beben. Nun kannst du ihr den Segen geben Für die Nacht. Gute Nacht!

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Illustration zu Raphael

Interpretation

Das Gedicht "Raphael" von Peter Hille ist ein lyrisches Werk, das die Themen Nacht, Schlaf und Gebet miteinander verwebt. Der Titel verweist auf den Erzengel Raphael, der als Schutzpatron der Reisenden und der Kranken gilt und oft als Heiler und Begleiter in der Nacht dargestellt wird. Das Gedicht lädt den Engel ein, sanft zu kommen und das schlafende Wesen zu segnen, das in tiefer Andacht ruht. Die Stimmung ist ruhig und andächtig, mit einem Hauch von Mystik und Schutz. Die Sprache des Gedichts ist durchdrungen von religiösen und spirituellen Anspielungen. Der wiederholte Aufruf "O komm leise, leise komm" erzeugt eine eindringliche, fast flehende Atmosphäre. Das schlafende Wesen wird als "fromm" beschrieben, und sein Atem wird mit einem Gebet gleichgesetzt, was die Heiligkeit des Schlafens unterstreicht. Die Lippen schweigen, was die innere Andacht und den Rückzug von der äußeren Welt symbolisiert. Der Schlaf wird als "heimliche Liebe" dargestellt, was eine tiefe, intime Verbindung zwischen dem Schlafenden und dem Göttlichen nahelegt. Im letzten Teil des Gedichts wird die Rolle des Engels als Segnender betont. Die Seele des Schlafenden bebt in frommer Erregung, was auf eine spirituelle Erfahrung oder ein Erwachen hindeutet. Der Engel wird aufgefordert, seinen Segen für die Nacht zu spenden, was eine schützende und tröstende Geste darstellt. Das Gedicht endet mit dem traditionellen Wunsch "Gute Nacht!", der als Abschiedsgruß und als Segensspruch fungiert. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Atmosphäre der Ruhe, des Schutzes und der spirituellen Verbundenheit in der Nacht.

Schlüsselwörter

komm leise hin nacht laß licht sieh fromm

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
O komm leise, leise komm
Bildsprache
Schläft in lieber Heimlichkeit
Metapher
Atem steigt als Gebet noch
Personifikation
Du hörst die fromme Seele beben
Symbolik
Segen geben für die Nacht
Wiederholung
leise, leise